„Er muss ruhig bleiben und das Handwerk lernen“ – Miguel Indurain mahnt zur Vorsicht beim französischen Supertalent Paul Seixas vor der Tour de France

Radsport
Montag, 30 März 2026 um 15:00
2026-03-30_13-00_Landscape
Der steile Aufstieg von Paul Seixas hat in Frankreichs Radsport alte Erwartungen neu belebt, doch Miguel Indurain mahnt mit Bedacht: Selbst die größten Talente brauchen Zeit zur Entwicklung.
Der französische Teenager zählt seit seinem Durchbruch Ende 2025 und Anfang 2026 zu den meistdiskutierten Fahrern im Peloton, was Spekulationen über ein mögliches Tour de France-Debüt befeuert. Gegenüber RMC Sport nahm Indurain diese Dynamik direkt auf und riet trotz der Euphorie zu Geduld.
„Er ist sehr jung! Aber für sein Alter macht er es sehr gut. Er muss ruhig bleiben und das Handwerk lernen. Er ist in einer guten Mannschaft, und ja, er hat ganz klar Champion-Qualitäten. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, aber er ist immer noch sehr jung. Er muss lernen.“
Dieses Spannungsfeld aus Versprechen und behutsamer Begleitung prägt Seixas’ Weg. Seine frühen Leistungen haben ihn in Diskussionen katapultiert, die für sein Alter außergewöhnlich sind, doch Indurains Worte spiegeln den erfahrungsgeprägten, vorsichtigen Blick von ganz oben im Sport.

Tour-Erfahrung als Lernschritt, nicht als Ziel

Indurain verwirft die Idee eines Tour-Starts nicht, sieht die Rundfahrt vielmehr als wertvolle Etappe in der Entwicklung – vorausgesetzt, die Erwartungen bleiben realistisch.
„Durch die Teilnahme an der Tour de France, ja. Ich selbst bin sehr jung gestartet; ich war 20 bei meiner ersten Tour de France. Es ist wichtig, beim größten Rennen der Welt dabei zu sein; das ist eine Erfahrung. Vielleicht nicht, um zu gewinnen, aber um Erfahrung zu sammeln und um Bergetappen zu kämpfen.“
Die Botschaft ist klar. Teilnahme kann das Wachstum beschleunigen – wenn sie als Teil eines längeren Weges verstanden wird, nicht als unmittelbarer Führungsanspruch oder GC-Test.
Paul Seixas bei der Strade Bianche 2026
Paul Seixas bei der Strade Bianche 2026

Grand Départ in Barcelona schafft größeren Kontext

Indurain sprach in Barcelona, wo die Tour de France 2026 startet, und ordnete zugleich die Bedeutung der Rückkehr der Rundfahrt nach Spanien ein. Für einen Fahrer, dessen Karriere von Grand-Tour-Erfolgen geprägt wurde, bleibt die Breitenwirkung eines solchen Starts wesentlich.
„Das ist großartig. Hier in Katalonien, in Barcelona, haben wir viele Rennen gehabt und haben sie noch: die Katalonien-Woche, die Volta a Catalunya und viele Vuelta-Etappen. Es gab hier immer viele Radsportfans, und dass die Tour de France in dieser Stadt startet, die große Sportereignisse ausgerichtet hat, ist fantastisch für sie.“
„Ich hatte 1992 die Chance, die Tour de France in San Sebastián zu beginnen. Es gab auch den jüngsten Start im Baskenland in Bilbao, und jetzt in Barcelona. Dass ein Ereignis wie die Tour nach Spanien, nach Katalonien kommt, ist eine gute Sache für Menschen, die den Radsport lieben, und für Fahrradfans.“
Vor diesem Hintergrund wird Seixas’ Situation Teil eines größeren Moments für den Sport. Die Rückkehr der Tour nach Spanien bringt Aufmerksamkeit, Erwartungen und Chancen gleichermaßen. Für Frankreichs jüngste Hoffnung gilt es nun, dieses Rampenlicht zu meistern, ohne sich zu früh davon bestimmen zu lassen.
Indurains nüchtern vorgetragener Rat spiegelt diese Realität. Das Potenzial ist offensichtlich. Der Weg dorthin verlangt jedoch Geduld.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading