Etappe 4 hätte bei der
Settimana Internazionale Coppi e Bartali ein problemloser Tag werden sollen. Stattdessen geriet
Team Visma | Lease a Bike in Valdobbiadene ins Zentrum eines äußerst beunruhigenden Vorfalls, als
zwei offenbar alkoholisierte Männer auf eines der Teamautos sprangen, versuchten, ein Rad vom Dachträger zu stehlen und sich gegenüber dem Personal im Wagen aggressiv verhielten.
Ein Vorfall aus heiterem Himmel
Sportlicher Leiter Robert Wagner saß im ersten Teamwagen und beobachtete die Szene nicht direkt, doch sein Kollege Jan Boven hatte weniger Glück. Nach einem Sturz im Rennverlauf stand Boven im Stau und konnte nicht ausweichen, als sich die beiden Männer näherten.
„Ich war im ersten Auto, daher habe ich den Vorfall nicht gesehen. Mein Kollege Jan Boven war im Wagen und, nun ja, ich habe auch nur mehr oder weniger die Bilder oder das Video gesehen. Offensichtlich sind diese zwei Personen aufs Auto gesprungen und haben auch versucht, uns irgendwie zu schlagen. Keine Ahnung warum“, sagte Wagner im Interview mit
Cycling Pro Net.
Der versuchte Diebstahl eines Rads vom Dachträger blieb am Ende erfolglos, materieller Schaden entstand keiner. Die menschliche Komponente wog jedoch schwerer. „Ja, zu 100 % waren sie schockiert. Es kam völlig aus dem Nichts. Mein Kollege wurde mit dem Auto blockiert, er konnte nirgends hin, und dann standen diese zwei Typen da“, erklärte Wagner.
Mauro Schmid gewann die letzte Etappe und die Gesamtwertung der Coppi e Bartali 2026
Eine Premiere für das Team – und hoffentlich die letzte
Der Vorfall wurde sowohl der Rennorganisation als auch der Polizei gemeldet, doch Wagner räumte ein, dass die Reaktionen bislang begrenzt gewesen seien. „Bisher nichts“, sagte er auf die Frage, was die Behörden dem Team mitgeteilt hätten.
Als der Interviewer Parallelen zu einem bekannten Vorfall der letztjährigen Vuelta a España zog, stellte Wagner klar, dass so etwas Visma noch nie widerfahren sei. „Für uns, beziehungsweise speziell für uns, für Jan Boven, war es das erste Mal, dass wir so einen Vorfall hatten. Zum Glück ist es nicht immer so, eigentlich nie so.“
Ob der Angriff geplant war oder ein zufälliger Ausbruch von Aggression, dafür hatte Wagner wenig übrig. Direkt gefragt, ob er eine Absicht dahinter vermute, fiel seine Antwort kurz und scharf aus: „Fragen Sie vielleicht die beiden.“