Florian Lipowitz und
Remco Evenepoel absolvierten bei der Volta a Catalunya ihr erstes gemeinsames Etappenrennen. Am Ende stand Lipowitz auf dem Podium und Evenepoel wurde Fünfter, doch ein Sturz auf der 3. Etappe prägte letztlich den Rennverlauf. Sportdirektor
Klaas Lodewyck, der in dieser Saison gemeinsam mit Evenepoel zu Red Bull-Bora-Hansgrohe wechselte, zog sein Fazit zur Woche.
Ein Sturz, der das Rennen veränderte
Evenepoel startete als Co-Kapitän neben
Lipowitz in die Volta a Catalunya, und im Vorfeld wurde viel darüber spekuliert, wie das Duo harmonieren würde. Ein Sturz klärte die Rollen jedoch früh und drängte Evenepoel in die Helferrolle für seinen Teamkollegen.
Passiv war er dennoch nicht. Auf der Schlussetappe wirkte der Belgier wieder ganz der Alte. Evenepoel setzte auf den schnellen, technischen Zielrunden eine Serie von Attacken, doch keine davon trug. „Es gab sicher Chancen, wegzufahren, denn er hat es versucht. Aber irgendwer konnte die Lücke immer schließen“, sagte Lodewyck gegenüber
Sporza.
Am Einsatz gab es für den Sportdirektor nichts zu bemängeln. „Es war ein schneller und technischer Kurs, aber wir haben alles probiert. Das Team hat das Maximum herausgeholt.“ Und auch wenn das Ergebnis nicht ganz den Erwartungen entsprach, blieb Lodewyck gelassen. „So ist eben der Radsport. Wir haben es versucht und das Rennen mitgestaltet. Es hat einfach nicht geklappt, damit kann ich leben.“
Evenepoel meldet sich zurück
Der vielleicht ermutigendste Befund der Woche: Evenepoel näherte sich nach dem Sturz sichtbar seiner Bestform. „Remco erholt sich von dem Crash und die Beine drehen wieder“, stellte Lodewyck fest. „Heute war er eindeutig wieder im Aufwärtstrend. Wir können mit einem positiven Gefühl abreisen.“
Als Nächstes verbringt Evenepoel einige Tage in Belgien, ehe es nach Spanien zur Vorbereitung auf die Ardennen-Klassiker geht – ein Block, der ihm liegt. Lodewyck lobte zudem, wie reibungslos sich die neue Konstellation bei Red Bull-Bora-Hansgrohe gefunden hat.
„Wir sind beide gut ins Team integriert. Alles läuft rund und die Fahrer verstehen sich im Rennen bestens. Bis zur Tour de France ist es noch etwas hin, aber der Aufbau verläuft gut. Für sowohl Evenepoel als auch Lipowitz ist das ein funktionierendes Modell. Es ist anders, aber für Fahrer wie sie, die Ordnung schätzen, ist das ein Mehrwert.“
Das Schluss-Podium der Volta a Catalunya 2026
Eine Warnung an Vingegaard?
Bis zur Tour de France sind es noch Monate, doch Lodewyck zog aus der Woche vorsichtigen, aber selbstbewussten Optimismus für das große Ganze. Auf die Frage, ob Red Bull-Bora Jonas Vingegaard ernsthaft fordern könne, wich er nicht aus.
„Da ist definitiv etwas möglich. Wenn du im Gesamtklassement führst, kannst du vor allem deine eigene Taktik fahren. Musst du aber gegen jemanden, der gleich stark oder stärker ist, Zeit gutmachen, wird es kompliziertes Racing“, resümierte er. Der Aufbau stimmt vorerst.