„Er kann ein großer Fahrer werden“: Sepp Kuss voll des Lobes für den jungen Piganzoli nach überragenden Giro-Auftritten

Radsport
Dienstag, 19 Mai 2026 um 10:00
davidepiganzoli-6a077845b4c66
Team Visma | Lease a Bike war als dominierende Kraft für die ersten Bergprüfungen des Giro d’Italia 2026 erwartet worden – und liefert bislang genau das ab. Tatsächlich fällt die Überlegenheit noch drückender aus als gedacht: Davide Piganzoli kontrollierte das Geschehen am Corno alle Scale als Dritter hinter Etappensieger Jonas Vingegaard.
Dass der Däne die ersten beiden Bergankünfte dieses Giros gewinnt, überrascht daher kaum. Piganzolis Auftritt hingegen schon. Der 23-jährige Italiener bestreitet bereits seinen dritten Giro, doch zwischen Gesamträngen 13/14 und einem dritten Platz auf einer ernsthaften GC-Bergankunft liegen Welten.
„Für Davide ist es sehr wichtig, so nah wie möglich an Jonas zu bleiben, und das macht er sehr gut“, unterstrich Marc Reef unmittelbar nach der Etappe gegenüber In de Leiderstrui und griff damit Piganzolis Worte auf.
Der Grund ist rein pragmatisch – beide Fahrer haben fast identische Maße: Vingegaard ist mit 175 cm und 60 kg gelistet, Piganzoli mit 174 cm und 61 kg. Das erlaubt ähnliche Setups und im Notfall einen Radtausch: „Wenn Jonas oder sein Rad ein Problem hat, kann er sofort mit Davide tauschen. Das ist einer der Gründe“, betont Reef.

Visma zündet auf allen Zylindern

Auch wenn Piganzoli am Sonntag der herausragende Name war, verweist Reef darauf, dass alle Nominierten im Soll oder darüber fahren. Sepp Kuss liegt nach der neunten Etappe zudem auf Platz acht der Tageswertung.
„Wir sind im gesamten Team sehr stark“, sagte Reef. „Das ist gut für den Moment, aber wir müssen beweisen, dass wir dieses Niveau in der zweiten und vor allem der dritten Woche halten können. Unsere Rivalen werden angreifen, möglicherweise früh. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“
Davide Piganzoli in der 9. Etappe des Giro d’Italia 2026
Davide Piganzoli während der 9. Etappe des Giro d’Italia 2026

GC-Konsequenzen...?

Dürfen wir erwarten, dass Visma eine Mehrfachkapitäns-Strategie wie bei der Vuelta a España 2023 fährt?
Trotz Piganzolis starker Lage (aktuell 13., nur 1:11 hinter dem sechstplatzierten Thymen Arensman) nach neun Etappen betrachtet Visma ihn nicht als Gesamtwertung-Option. Die Priorität bleibt klar: den Giro mit Vingegaard gewinnen. Reef erwartet im kommenden Zeitfahren Zeitverluste für Piganzoli und betont, dass seine Rolle vor dem Rennen festgelegt wurde.
„Das Ziel ist, den Giro mit Jonas zu gewinnen“, erklärte Reef ohne Zögern. „Davide ist hier, um ihn zu unterstützen. Er wird nicht auf die Gesamtwertung fahren.“
Ohne Wilco Kelderman, der nach seinem Sturz auf Etappe zwei aufgeben musste, liegt die Bergunterstützung primär bei Piganzoli und Sepp Kuss. Der Vuelta-Sieger von 2023 hatte den jungen Italiener bereits nach dessen Auftritt am Blockhaus gelobt, wo er im Wind die Gruppe sprengte. Am Corno alle Scale legte er noch einmal nach.
„Wenn er so weitermacht und Spaß behält, kann er ein ganz Großer werden“, sagte Kuss bei Eurosport. „Für so einen jungen Fahrer war das eine überragende Leistung.“
Klatscht 1Besucher 1
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading