„Er ist im Grunde so etwas wie ein junger Wout, oder?“ – Matthew Brennans furchtloses Vuelta-Auftreten nährt Vergleiche mit Wout van Aert

Radsport
Samstag, 05 September 2026 um 14:42
Matthew Brennan at the 2026 Vuelta a Espana
Mit drei Etappensiegen zählt Matthew Brennan bereits zu den Entdeckungen der Vuelta a España 2026. Doch Ex-Profi Matt Stephens sieht beim 21-Jährigen nun eine weitere Facette, die an Teamkollege Wout van Aert erinnert.
Auf der 13. Etappe kam kein vierter Sieg hinzu. Stattdessen übernahm Brennan eine entscheidende Helferrolle, als Team Visma | Lease a Bike in Loja endlich Van Aerts ersten Erfolg dieser Vuelta einfuhr.
Der Brite sprang in die riesige Frühgruppe, überstand die Auswahl der neun Stärksten und neutralisierte wiederholt Attacken, nachdem Van Aert herangeschlossen hatte. Am Ende setzte sich sein Teamkollege mit Valentin Paret-Peintre ab und gewann den Zweiersprint.
Als Beobachter bei TNT Sports’ The Breakaway sah Stephens darin mehr als nur die Sprintstärke, die Brennan mit seinen drei Erfolgen bereits gezeigt hatte.

„Da ist jetzt eine völlig neue Dimension“

„Wir dachten, wir hätten Matt Brennan nach seinen drei Etappensiegen ein Stück weit verstanden, aber ich glaube, da ist jetzt eine völlig neue Dimension“, sagte Stephens. „Wir haben es erwartet, aber so wie er fährt, ist er im Grunde ein junger Wout, oder? Und ich denke, Wout weiß das zu schätzen.“
Etappe 13 lieferte reichlich Belege für den Vergleich. Brennan wartete nicht einfach im Vorderfeld auf einen möglichen Sprint. Als Visma zwei Fahrer in der Entscheidung hatte, übernahm er die Verantwortung und konterte Angriffe von Fahrern wie Leo Bisiaux und Simon Dalby. So konnte Van Aert Körner sparen für die Attacke, die die Etappe entschied.
Es passt zu einer Vuelta, in der sich Brennans Rolle je nach Rennlage ständig wandelt. Seine drei Siege zeigen seine Endschnelligkeit, an anderen Tagen arbeitet er für Van Aert und bewegt sich in deutlich weniger kontrollierten Rennsituationen.
Wout van Aert gewinnt die 13. Etappe der Vuelta a España
Van Aert holte den Sieg auf der 13. Etappe

Fahren mit „echter Freiheit“

Für Stephens stärkt vor allem Brennans Bereitschaft, sich in harte Straßenetappen zu werfen, ohne die taktische Klarheit zu verlieren, den Vergleich mit Van Aert. „Dass er sich in diese Straßenrennen richtig hineinhängt und mit echter Freiheit fährt, dabei aber klug bleibt, das ist wunderbar mit anzusehen“, sagte er.
Brennans Arbeit in Loja verschaffte Van Aert letztlich die freie Bahn zur Attacke rund 3,5 Kilometer vor dem Ziel. Paret-Peintre konnte als Einziger folgen, doch der Belgier kam im Sprint locker am Franzosen vorbei.
Das Resultat setzte auch das Geben und Nehmen zwischen den beiden vielseitigen Sprintern von Visma in dieser Vuelta fort. Brennan hatte sich bereits auf Etappe 10 für Van Aert geopfert, bevor Van Aert seinem jüngeren Teamkollegen tags darauf den Weg zu einem weiteren Sieg ebnete.
Stephens freute sich, dass sich diese Unterstützung nun mit Van Aerts eigenem Etappenerfolg auszahlte. „Ich könnte mich nicht mehr für ihn, das Team und, ganz wichtig, für Wout freuen“, sagte er. „Ich meine, wer ist kein Fan von Wout?“
Brennan rollte in Loja dennoch als Dritter über die Linie. Ausschlaggebend für Stephens’ vielleicht auffälligsten Vergleich dieser Durchbruchsvuelta war aber weniger ein weiteres Ergebnis, sondern die Art, wie er Van Aerts Siegchance überhaupt erst ermöglicht hatte.
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