Bei einem jüngsten Auftritt beim Wattage Festival in Ostende bekannte der Tour-de-France-Sieger von 2012,
Bradley Wiggins, seine große Bewunderung für die aktuelle Generation und nannte
Wout van Aert als seinen absoluten Lieblingsfahrer. Mit Blick auf den jüngsten Giro d’Italia analysierte die 46-jährige Radsportikone Jonas Vingegaards dominante Italien-Kampagne, die entscheidende Rolle von Superdomestik Victor Campenaerts sowie die Tour-de-France-Aussichten von Remco Evenepoel und Teenager
Paul Seixas im Duell mit
Tadej Pogacar.
Unbedingte Bewunderung für Wout van Aert
Bei einer Live-Aufzeichnung des
The Move Podcasts gemeinsam mit Johan Bruyneel und Spencer Martin betonte Wiggins, dass seine Tage harter Rennbelastung vorbei seien, seine Leidenschaft für den Profiradsport jedoch ungebrochen. Auf die Frage nach seiner Lieblingsfigur im modernen Peloton zögerte der Brite keine Sekunde.
„Das war immer Wout van Aert, und das wird es immer bleiben“, erklärte Wiggins. „Ästhetisch ist er auf dem Rad eine Augenweide. Darüber hinaus ist er einfach ein feiner Kerl, eine echte Klasseerscheinung.“
Wiggins und Bruyneel blickten auf den Giro d’Italia zurück, bei dem ein wiedererstarkter
Jonas Vingegaard den Gesamtsieg holte. Wiggins ist überzeugt, dass die klare Formkurve den Dänen ideal positioniert, um Tadej Pogacar im Juli herauszufordern.
„Eine große Vorstellung. Vielleicht ist das der perfekte Aufbau Richtung Juli und dem Duell mit Pogacar“, merkte Wiggins an. „In den vergangenen Saisons hatte er oft Pech oder kam aus einer schwierigen Vorbereitung. Jetzt wirkt er besser gerüstet denn je für diese Herausforderung.“
Wiggins hob zudem den unschätzbaren Beitrag von Victor Campenaerts hervor und lobte die Vielseitigkeit des Belgiers als Schlüssel für die Grand-Tour-Ambitionen des Teams. „Victor leistet beeindruckende Arbeit. Er ist einer der besten Helfer der Welt, weil er seine Rolle auf jedem Terrain ausfüllen kann.“
Jonas Vingegaard und Victor Campenaerts beim Giro d’Italia 2026
Tour-de-France-Aussichten: Evenepoel und Seixas
Mit Blick auf Belgiens größten Hoffnungsträger im Gelben Trikot, Remco Evenepoel, erkannte Wiggins den steilen Anstieg an, der angesichts von Pogacars Status als absolute Referenz im Etappenrennen vor ihm liegt. Dennoch bleibt er sehr optimistisch hinsichtlich Evenepoels Chancen.
„Es wird eine schwierige Aufgabe für ihn, wie für alle. Pogacar ist der Mann, den sie alle schlagen müssen. Trotzdem ist [Evenepoel] eine Klasse für sich und jetzt in einem stärkeren Team. Man muss Remco immer auf der Rechnung haben.“
Abschließend sprach Wiggins über das 19-jährige französische Supertalent Paul Seixas, der im Juli bei der Tour de France sein mit Spannung erwartetes
Grand-Tour-Debüt geben soll.
„Was er jetzt schon zeigt, ist beeindruckend, aber es wird seine erste Tour sein, also müssen wir vorsichtig sein. Seixas wird vorne dabei sein, denke ich, aber wie lange er sich mit Fahrern wie Pogacar und Vingegaard messen kann, bleibt abzuwarten. Vor allem dürfen wir keinen zu großen Druck auf ihn ausüben.“
Zuvor ist für Seixas die Tour Auvergne-Rhône-Alpes eingeplant, Start am Sonntag, 07. Er trifft dort jedoch auf harte Konkurrenz im Etappenrennen, denn Rivalen wie Isaac Del Toro und Juan Ayuso führen ein starkes Gesamtklassementfeld an.