Tadej Pogacar dominierte am Col du Tourmalet. Der Slowene holte sich den Souvenir Jacques Goddet mit relativ kleinem Vorsprung auf die direkten Konkurrenten, setzte seine Attacke aber in der Abfahrt und Richtung Gavarnie-Gèdre fort, um mit zweieinhalb Minuten Vorsprung ins Ziel zu kommen und damit das Gesamtklassement scheinbar bereits festzuzurren. Zumindest für den ersten Rennblock.
Seine Teamkollegen von UAE Team Emirates - XRG ließen auf dem Anlauf zum Col d'Aspin keine gefährliche Fluchtgruppe ziehen und zündeten am Tourmalet die Rakete. Schon am Fuß des Pyrenäenpasses blieb nur noch eine stark ausgedünnte Favoritengruppe übrig.
Selbst starke Kletterer wie
Valentin Paret-Peintre kapitulierten früh. Es war klar, dass gegen Pogacars bevorstehenden Angriff nichts zu holen war.
„Am Tourmalet bin ich von Beginn an wirklich locker gefahren“, erklärte Paret-Peintre im Ziel seine bewusste Entscheidung. „Es war ohnehin offensichtlich, dass Pogacar angreifen würde. Also konnte ich ihm nicht folgen und wäre am Gipfel nicht in die Top 10 gekommen. Deshalb bin ich den Tourmalet einfach ruhig bis ins Ziel gefahren.“
Eine Klasse für sich
Für den jungen Franzosen war die Etappe damit de facto entschieden. Er rollte gemeinsam mit Landsmann Joris Delbove als 53. über die Linie, mehr als eine halbe Stunde hinter dem slowenischen Phänomen.
Über Pogacars Vorstellung sagte er: „Es ist unglaublich. Die Arbeit seines Teams ist unglaublich. Von Beginn an war es richtig hart. Sie haben das Feld zusammengehalten, Chapeau. Er ist wirklich auf einem anderen Niveau, und heute hat er gezeigt, wer der Chef ist.“
Für Paret-Peintre dürften die nächsten Tage eher ruhig werden: eine Außenseiterchance aus der Gruppe auf Etappe 9, die deutlich bessere Gelegenheit aber auf der anspruchsvollen Mittelgebirgsetappe 10 von Aurillac nach Le Lioran mit fast 4.000 Höhenmetern.