„Jonas kämpfte bis zur Linie“ – Marc Reef verteidigt Vingegaards Leistung trotz Reifenschadens am Tourmalet

Radsport
Freitag, 10 Juli 2026 um 9:00
Jonas Vingegaard in Aktion auf Etappe 6 der Tour de France 2026
Die 6. Etappe der Tour de France 2026 setzte einen der ersten großen Nadelstiche im Gesamtklassement. Tadej Pogacar demonstrierte seine Stärke im Hochgebirge und fuhr mehr als zwei Minuten auf Jonas Vingegaard heraus, ein schwerer Schlag für die Ambitionen des Leaders von Visma | Lease a Bike. Das niederländische Team hob jedoch die Haltung des Dänen hervor und argumentierte, seine Leistung sei vom Rennverlauf geprägt worden.
Marc Reef, Sportdirektor bei Visma, bewertete am Ziel die Fahrt seines Kapitäns und räumte Enttäuschung über das Resultat ein, betonte aber zugleich Vingegaards Widerstandskraft gegen den Angriff des Slowenen.
„Das heutige Ergebnis ist enttäuschend, aber wir haben einen Jonas gesehen, der bis zur Linie gekämpft und alles getan hat, um den Rückstand auf Pogacar zu begrenzen“, erklärte Reef. Der Sportdirektor unterstrich zudem, dass der zweifache Toursieger die Verfolgergruppe in Schach hielt und so noch größere Zeitverluste vermied.
Der ursprüngliche Plan der Niederländer ging nicht auf. Sie versuchten, einen Fahrer in die Gruppe des Tages zu bringen, um Vingegaard in der Schlussphase, vor allem nach dem Tourmalet, zu unterstützen. Dieser Move kam nicht zustande, und das Team musste sich der Rennsituation anpassen.
Der Schlüsselmoment kam am Anstieg des ikonischen Pyrenäenpasses. Als Pogacar attackierte, verzichtete Vingegaard auf die direkte Reaktion und fuhr sein eigenes Tempo. Laut Reef erlaubte diese Entscheidung dem Dänen, die Lücke über mehrere Kilometer kontrolliert zu halten.

Zweiter Bergtag und Visma lässt den Kapitän erneut isoliert zurück

„Jonas konnte die Lücke über längere Zeit bei rund zehn Sekunden halten“, sagte der Sportdirektor des niederländischen Teams. Im Schlussabschnitt des Tourmalet, etwa zwei Kilometer vor der Passhöhe, ließ das Tempo des Dänen jedoch leicht nach, und der Vorsprung des UAE Team Emirates-Kapitäns wuchs.
Von dort verteidigte Vingegaard seine Position alleine und versuchte, die Verluste sowohl in der Abfahrt als auch am Schlussanstieg nach Gavarnie-Gèdre zu minimieren. Der Aufwand reichte zwar nicht, um einen deutlichen Rückstand auf Pogacar zu verhindern, doch Reef beharrte darauf, dass die Haltung des dänischen Champions positiv war.
„Ab da kämpfte er bis zur Linie, aber leider reichte es nicht, um den Abstand kleiner zu halten“, schloss der Visma-Direktor, der zuversichtlich ist, dass Vingegaard im weiteren Rennverlauf bessere Beine finden kann.
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