Egan Bernal zeigte auf der brutalen 16. Etappe des Giro d’Italia 2026 erneut seine stärkste Version. Der Profi von Netcompany INEOS fuhr am Schlussanstieg nach Cari auf einen soliden siebten Platz und verbesserte sich dadurch um zwei Positionen auf Gesamtrang zehn.
Geprägt wurde der Tag zwar von Jonas Vingegaards viertem Etappensieg bei dieser Giro-Ausgabe. Doch auch Bernal hinterließ bei maximaler Intensität einen starken Eindruck – vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem niederländischen Talent
Thymen Arensman.
Bernal und Arensman fahren ihr eigenes Rennen
Am Schlussanstieg führte Bernal phasenweise die Verfolgung an der Seite von Arensman an. Der Kolumbianer erklärte im Ziel, dass die Strategie von Beginn an klar gewesen sei – gerade weil das Tempo von Vingegaard im Rosa Trikot für die Konkurrenz kaum erreichbar war.
Egan Bernal zeigt beim Giro d’Italia steigende Form und unterstützt Thymen Arensman im Kampf um das Podium
„Ich glaube, es war leicht zu wissen, was wir zu tun hatten. Es ist sehr schwer, Jonas zu folgen, also mussten wir einfach unser eigenes Tempo fahren“, sagte Bernal und machte deutlich, dass es vor allem darum ging, die Kräfte klug einzuteilen und die Verluste auf den dominierenden Fahrer dieses Giro zu begrenzen.
Der Kolumbianer fährt inzwischen wieder auf hohem Niveau. Nach einem komplizierten Giro-Auftakt scheint seine Form mit zunehmender Renndauer zu steigen, während andere Fahrer im Kampf um das Gesamtklassement zurückfallen – darunter Giulio Pellizzari.
Bernal hob zudem seine starke Beziehung zu Arensman hervor, einem der künftigen Schlüsselakteure bei INEOS. Beide hatten bereits bei der Tour of the Alps Führung und Verantwortung geteilt. Beim Giro scheint sich diese Verbindung nun von Tag zu Tag weiter zu festigen.
„Wir sind schon oft zusammen gefahren. Wie ich schon sagte, er ist ein sehr junges Talent. Zweifellos hat er viele gute Jahre vor sich“, sagte Bernal über seinen Teamkollegen, den er zu den vielversprechendsten Fahrern im WorldTour-Peloton zählt.
Der Kolumbianer ging sogar noch weiter und machte deutlich, wie sehr er es schätzt, Rennen und Verantwortung mit Arensman zu teilen: „Für mich ist es eine Ehre, einige Rennen mit ihm zu bestreiten.“
Volles Vertrauen in Arensmans Podiumschance
Nach Vingegaards Attacke in Cari setzte sich Bernal an die Spitze der Arensman-Gruppe und bestimmte in der Verfolgergruppe direkt hinter dem Dänen das Tempo. Seine Arbeit brachte Arensman auf einen Podiumsplatz der Gesamtwertung, nachdem Afonso Eulalio zurückgefallen war.
Bernal selbst verbesserte sich von Rang zwölf auf Rang zehn und zog sowohl an Pellizzari als auch an Mathyus Rondel vorbei. Da Ben O'Connor und Afonso Eulalio weiterhin Zeit verlieren, kann der Kolumbianer im Gesamtklassement realistisch noch weiter nach oben blicken.
„Wir hatten immer Vertrauen. Das versuchen wir Tag für Tag zu zeigen. Mit beiden Beinen auf dem Boden, aber natürlich mit großer Ambition“, erklärte Bernal.
Das Ziel ist klar: INEOS soll zurück auf das Podium einer Grand Tour. „Ich denke, Thymen verdient es, auf dem Podium zu stehen.“ Einfach wird das gegen Felix Gall und Jai Hindley nicht, die in starker Form mit dem Niederländer konkurrieren. Möglich ist es aber.
Die Etappen 19 und 20 werden zwei brutale Tage in den Bergen, an denen das Gesamtklassement weiter geformt wird. Die Dolomiten-Etappe könnte Bernal besonders entgegenkommen, da die Höhe am Passo Giau und am Passo Falzarego ein entscheidender Faktor werden kann.