„Du konntest doch den ganzen Winter trainieren, oder?“: Van Avermaet rätselt, warum Van Aert vor der Flandern-Rundfahrt noch einen Extra-Trainingsblock braucht

Radsport
Mittwoch, 25 März 2026 um 9:00
Wout van Aert
Wout van Aert geriet in den Sturz von Tadej Pogacar bei Mailand–Sanremo und zog dabei den Kürzeren: Der Belgier musste auf ein Rad wechseln. Damit war es unmöglich, dem Angriff des Weltmeisters an der Cipressa zu folgen. Am Ende war Rang drei nach einer späten Attacke das Maximum für den 31-Jährigen.

Analyse zu Van Aerts Plan für Flandern und Roubaix statt E3 und Wevelgem

Trotzdem präsentierte sich Visma | Lease a Bike deutlich formstärker als bei den ersten Einsätzen 2026 und zeigte Anklänge seiner Bestform. Folgerichtig erwarteten viele Fans, dass Van Aert den Schwung in die Kopfsteinpflaster-Generalproben Gent–Wevelgem und E3 Saxo Classic mitnimmt – beides Rennen, die er bereits gewonnen hat.
Doch es kommt wohl anders: Sein Team kündigte an, dass Van Aert sehr wahrscheinlich diese Woche auslassen wird, um die Vorbereitung auf die zwei Hauptziele des Frühjahrs zu veredeln: die Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix.
„Ich habe da nichts zu sagen, aber ich finde das etwas unverständlich. Ich finde es schade. Ich sehe Wout gerne bei der E3. Es ist ein wunderschönes Rennen und es liegt ihm auch“, seufzte Greg Van Avermaet im HLN Cycling Podcast zur mutmaßlichen Absenz von Van Aert.
„Der Grund ist offenbar, dass er noch einen Trainingsblock absolvieren muss, zu dem er bisher nicht gekommen ist, da er gerade eine Taper-Woche hinter sich hat (eine Woche mit den notwendigen Ruhephasen, Anm.)“, führte Van Avermaet aus. „Diese Woche müsse ein weiterer Block dazukommen.“
Falls Van Aert tatsächlich zusätzliche Einheiten braucht, bleibt kaum Raum für die E3. „Weil die E3 auf einen Freitag fällt, wird die Woche ziemlich kurz, wenn man dieses Rennen noch einbaut.“
Merkwürdig findet Van Avermaet jedoch, dass Van Aert und Visma trotz allem genug Zeit gehabt hätten, diese Arbeit längst zu erledigen – selbst mit seiner Knöchelverletzung. „Aber das verstehe ich nicht: Man konnte doch den ganzen Winter über trainieren, oder?“
Tom Pidcock, Tadej Pogacar und Wout van Aert auf dem Podium von Mailand–Sanremo
Tom Pidcock, Tadej Pogacar und Wout van Aert auf dem Mailand–Sanremo Schluss-Podium

Zahlt es sich aus?

Es ist logisch, dass Visma die zwei Monumente über die Vorspeisen priorisiert. Dennoch verschenkt man damit eine gute Chance, vor dem Duell mit Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel auf großer Bühne ein Erfolgserlebnis zu holen. Zumal Van Aert nach ein paar schwierigen Saisons einen Schub Selbstvertrauen gut gebrauchen könnte.
„Ich frage mich, ob diese zwei Trainingseinheiten einen großen Unterschied für seinen Formaufbau in Richtung Flandern und Roubaix machen werden.“
Zumal Van Aerts E3-Bilanz als zweifacher Sieger (2022 und 2023) für sich spricht. Darum hofft Van Avermaet weiter, dass Visma „in letzter Minute“ – wie bei Wout schon öfter – umschwenkt. „Ich finde es besonders bedauerlich, dass er nicht am Start steht. Ich hoffe vor allem, dass sein Team noch umdenkt, denn ich glaube schon, dass Wout selbst starten möchte“, schloss der Olympiasieger von Rio 2016.
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