„Du fährst, wo immer es geht, um Stürze zu vermeiden“: Degenkolb analysiert die Häufung der Defekte bei Paris–Roubaix

Radsport
Donnerstag, 16 April 2026 um 6:00
John Degenbolb París-Roubaix
Paris-Roubaix 2026 wurde seinem Ruf als eines der härtesten und unberechenbarsten Rennen im Kalender erneut gerecht – und kaum jemand ist besser geeignet, es zu analysieren als John Degenkolb. Der Deutsche, inzwischen bei Team Picnic PostNL, bestritt seine 13. „Hölle des Nordens“, ein Rennen, das er wie kaum ein anderer kennt und 2015 gewann. Seine Verbindung ist einzigartig… schließlich trägt ein Pflastersteinsektor seinen Namen.

Degenkolbs Blick auf die schnellste Hölle des Nordens

Mit 37 Jahren wurde Degenkolb 31., doch seine offensive Fahrweise über weite Strecken verschaffte ihm einen Logenplatz bei einer besonders fordernden Ausgabe. Jenseits des Resultats legt seine Analyse den Fokus auf ein Kernthema: einen Anstieg an Defekten.
„Ich hatte den Eindruck, dass es dieses Jahr deutlich mehr Defekte im Peloton gab, besonders bei den stärksten Fahrern“, erklärte der Deutsche.
Seiner Ansicht nach hatte nahezu jeder irgendein Problem an einem Tag, an dem auch perfekte Vorbereitung Pannen nicht verhindern konnte: „Wir investieren viel Zeit in das richtige Setup, Streckenbesichtigungen und Materialtests, aber dann kommt so ein Sonntag, und man merkt: Es kann alles passieren.“

Tempo als entscheidender Faktor

Für Degenkolb ist die Ursache klar: das stetig steigende Renntempo. Die Ausgabe 2026 war die schnellste der Geschichte nach Durchschnittsgeschwindigkeit – ein Faktor, der, so sagt er, das Fahren auf dem Kopfsteinpflaster grundlegend verändert.
„Wir waren unglaublich schnell, immer am Limit, und alle um dich herum ebenfalls. Da kannst du nicht einmal ans Spurwechseln denken, nicht einmal an die Wahl einer Linie“, merkte er an. Diese fehlende Bewegungsfreiheit auf dem Pavé zwingt die Fahrer zu höherem Risiko als üblich.

Kein Raum, um Gefahren auszuweichen

Das Resultat dieses extremen Tempos ist ein noch chaotischeres und gefährlicheres Rennen. „Im Grunde fährst du einfach dort, wo es gerade geht, um nicht zu stürzen“, fasste Degenkolb zusammen. Doch Reagieren statt Antizipieren hat direkte Folgen: „Damit erhöhst du das Risiko für Defekte oder Platten, weil es praktisch unmöglich ist, den heimtückischsten Steinen auszuweichen.“
Die Reflexion des Deutschen zeigt, wie das steigende Tempo im modernen Radsport selbst Traditionsrennen wie Paris–Roubaix verändert. Auf Terrain, auf dem Technik und Positionierung stets entscheidend waren, schrumpft der Kontrollspielraum weiter – und macht das Rennen noch unberechenbarer.
John Degenkolb in der Saison 2026
John Degenkolb in der Saison 2026
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