Jonas Vingegaard tat alles, um
Tadej Pogacar bei der
Tour de France 2026 vom Thron zu stoßen. Die Tour des Dänen endete abrupt mit einer saisonbeendenden Verletzung auf Etappe 15, doch weniger als 24 Stunden zuvor beklagte er das Streckendesign.
In den vergangenen fünf Jahren belegte das Duo bei der Grande Boucle stets die Plätze eins und zwei – eng miteinander verknüpft über mehrere Ausgaben, ehe
Vingegaards Aufgabe in diesem Sommer kam. Die letzten drei Ausgaben wurden jedoch vom Slowenen dominiert.
Vingegaard wählte einen anderen Weg zur Tour, zugeschnitten auf den Rivalen Pogacar: längere Anstiege, um die Punch-Qualitäten und Explosivität des UAE Team Emirates- XRG Kapitäns zu neutralisieren. Doch in den ersten beiden Wochen zahlte sich diese Strategie kaum aus, Pogacar riss mehrfach Lücken.
Große Zeitgewinne entstanden auf Plateaus und Abfahrten nach kleinen Differenzen am Berg oder auf flacheren Kuppen im Anschluss an harte Anstiege. Die Situation spitzte sich zu, als der Leader von Visma - Lease a Bike auf Etappe 14 um 44 Sekunden zurückfiel.
Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar vor dem Start bei der Tour de France
Vingegaard in Vismas Tour-de-France-Dokumentation
In
Vismas Post-Tour-Dokumentation mit bislang unveröffentlichten Einblicken ins Team ist Vingegaard zu sehen, wie er darüber klagt, dass Pogacars Stärken durch das Streckendesign verstärkt würden – ein offenkundiger Seitenhieb auf Veranstalter ASO.
„Diese Strecke ist wie für ihn [Pogacar, Anm.] gemacht. Heute konnten wir nichts ausrichten, er ist zu explosiv“, sagte Vingegaard in der Dokumentation.
Mit seiner auf Zermürbung angelegten Strategie stellte Vingegaard fest, dass die schwersten Berge zu wenig günstigen Rennabschnitten kamen, um den Slowenen unter Druck zu setzen.
Vingegaard räumt ein, dass ihm die Hände gebunden sind
Er ergänzte: „Selbst wenn ich versuche, das Ganze weniger explosiv zu machen, kommen die Abfahrten und die Flachstücke – dagegen kann ich nichts tun.“
Ähnlich äußerte sich Sportdirektor Marc Reef, der ebenfalls bemängelte, dass auf Anstiege stets Täler oder Flachpassagen folgten – ein Setup, das Pogacar in die Karten spielte.
„Leider folgt auf die Anstiege immer ein Flachstück oder ein Tal. Dort verliert Jonas am meisten Zeit auf Pogacar“, sagte er.
Nach Vingegaards Vorteil auf Etappe 15 dominierte Pogacar das Rennen weiter. Auf Etappe 19 zeigte er womöglich die beeindruckendste Kletterleistung seiner Karriere, als er mit einem siegbringenden Angriff Marco Pantanis Rekord am Alpe d’Huez brach.