Thibau Nys erlebt 2026 auf der Straße keine Glanzsaison. Hauptgrund sind gesundheitliche Rückschläge, die dem Belgier bis Mitte August nicht mehr als sieben Renntage erlaubten. Im nächsten Monat ändert sich das jedoch deutlich: Nys gibt sein Debüt bei der Vuelta a España.
Jahr geprägt von gesundheitlichen Problemen
Nys’ Saison stand bislang unter keinem guten Stern. Sein Frühjahr fiel wegen einer hartnäckigen Knieverletzung ins Wasser. Seit seinem Comeback bei der Tour de Suisse arbeitete der 23-Jährige auf die Vuelta hin, doch eine Toxoplasmose-Infektion zwang ihn, alle folgenden Vorbereitungsrennen auszulassen.
Zuletzt konnte Nys jedoch vollständig ins Training zurückkehren, und seine
Lidl-Trek-Coaches sind zuversichtlich, dass der Belgier bei der spanischen Grand Tour Akzente setzen kann.
„Die Medikation hat gut angeschlagen und Anfang letzter Woche konnte Thibau wieder ordentlich trainieren“, sagte Coach Paul Van Den Bosch dem Het Nieuwsblad. „Die Werte der vergangenen Woche zeichneten ein anderes Bild als in den Wochen zuvor, zudem erholte er sich gut. Auf dieser Basis hat das Team am Freitag grünes Licht für die Vuelta gegeben.“
„Welche Folgen die Infektion bei der Vuelta noch haben wird, lässt sich schwer abschätzen, aber wir hoffen, dass er ein ordentliches Niveau erreicht“, so Van Den Bosch optimistisch. „Die Trainingswerte, die Thibau letzte Woche fuhr, waren beruhigend und gut genug für den Start bei einer Grand Tour.“
Domestique Nys?
Während die sportliche Leitung der deutschen Mannschaft Nys’ Leistungsfähigkeit vertraut, bleibt die Frage, was wir konkret vom Cross-Star sehen werden.
In Sachen Teamrollen setzt Lidl-Trek offenbar auf das erfolgreiche Tour-de-France-Führungsduo: Mads Pedersen für Sprints und die Punktewertung, Mattias Skjelmose für die Gesamtwertung.
Nys’ natürliches Terrain wäre die Jagd auf Etappen, doch mit Tadej Pogačar am Start könnte sich der Spielraum verengen. Und Van Den Bosch zögert selbst, feste Erwartungen zu formulieren – zumal Nys bereits in Richtung Cross-Winter aufbauen könnte...
Thibau Nys feiert den Sieg beim GP Miguel Indurain 2025
„Ohne Wettkämpfe ist es schwer, die eigene Form genau einzuordnen. Positiv ist, dass Thibau mit zusätzlicher Frische zur Vuelta fährt. Bevor ihn die Infektion traf, baute Thibau gut auf, mit Werten nahe seinem Bestniveau. In so einem Fall muss eine erzwungene Pause nicht zwingend negativ ausfallen.“