Die Frage nach der Tour-de-France-Führungsrolle von Red Bull - BORA Hansgrohe 2026 sorgt für mehr Stirnrunzeln als üblich. Fans rätseln, ob hier zu viele Köche den Brei verderben oder ob das Duo die Konkurrenz im Gesamtklassement unter Druck setzen kann. Vorjahres-Podiumsfahrer
Florian Lipowitz betont, dass er und Neuzugang
Remco Evenepoel in der Vorbereitung auf den Juli gut harmonieren.
Evenepoel war der große Wintertransfer und brachte einen der Topstars des Pelotons ins Aufgebot der Deutschen. Mit dem Belgier kam auch die Terminfrage. Evenepoel stand bereits bei der
Tour de France auf dem Podium und hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, die Tour de France mit seinem neuen Team bestreiten zu wollen, während sich Lipowitz seinen Startplatz mit seinen Leistungen 2025 gesichert hat.
Red Bull wertet das als Stärke und setzt in dem Versuch, die Gelb-Herrschaft von Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard zu brechen, auf eine
Doppelführungs-Strategie. Der erste große Schritt dahin erfolgt nicht in Frankreich, sondern in den Hochlagen der spanischen Sierra Nevada.
Lipowitz und Evenepoel bilden den Kern des derzeit dreiwöchigen Höhentrainingslagers des Teams. Mit dabei sind die Slowenen Primoz Roglic und Jan Tratnik sowie die Belgier Maxim Van Gils und Gianni Vermeersch. Das Pensum ist hart: Lipowitz absolvierte bei 35 Grad eine kräftezehrende vierstündige Intervalleinheit. Der Deutsche weiß jedoch, dass ihn das auf die Hitze vorbereitet, die ihn in der Tour-Küche erwartet.
„Ziemlich anstrengend. Wir können uns hier auf sehr warmes Wetter vorbereiten, und dann macht es mir nichts aus, wenn es während der Tour richtig heiß wird – lieber zu warm als zu kalt“,
sagte Lipowitz zu Radsport News.Tour-de-France-Aufgebot
Mit Blick auf die Teamzusammenstellung von Red Bull - BORA Hansgrohe zum Grand Départ am 04.07. hofft Lipowitz, in den drei stressigen Wochen auf einen Landsmann zählen zu können. Zugleich genießt er es, im Trainingslager die Bindungen im Team zu vertiefen.
Er sagte: „Am Ende würde ich natürlich immer gern einen deutschen Fahrer an meiner Seite haben. In diesen drei Wochen ist es manchmal ein bisschen einfacher, wenn man zwischendurch ein Wort auf Deutsch wechseln kann.“
„Grundsätzlich haben wir aber insgesamt eine gute Stimmung im Team – unabhängig davon, mit welcher Besetzung wir am Start der Tour stehen. Ein Höhentrainingslager wie dieses, in dem man mit sechs oder sieben Leuten täglich zusammen trainiert, isst und Zeit verbringt, schweißt natürlich zusammen.“
Tour of Slovenia und Verhältnis zu Evenepoel
Lipo bleibt bis zum 10.06. in der Sierra Nevada, bevor er die Tour of Slovenia bestreitet. Danach folgt eine weitere Woche in der Höhe in Kühtai, Österreich. Das Ziel des bewusst unaufgeregten Aufbaus: den Stress steuern.
„Die Tour wird ein bisschen ruhiger, ohne überzogene Erwartungen, ohne zu viel Druck“, hofft er.
Die Konstellation Lipowitz/Evenepoel war viel diskutiert, doch der Deutsche bremst jede Spannungsspekulation. Er betont, dass die Zusammenarbeit funktioniert, und verweist auf die gemeinsame Auftrittsstärke bei der Katalonien-Rundfahrt im Frühjahr.
„Ich finde, es läuft ziemlich gut. Wir haben in Katalonien gut zusammengearbeitet, und die Atmosphäre ist immer gut, wenn wir zusammen sind“, sagte Lipowitz.