Paula Blasi steht vor einem der größten Transfers des Frauen-Pelotons: Die 23-jährige Spanierin soll einem dreijährigen Vertrag mit Movistar zugestimmt haben.
Die Einigung erfolgte nach mehreren Wochen Verhandlungen. Quellen aus dem Umfeld der Fahrerin deuten an, dass der Wechsel kommende Woche bei den
Weltmeisterschaften in Montréal offiziell verkündet wird.
El Periódico berichtet, dass der Transfer über eine Ausstiegsklausel in Höhe von 100.000 € abgeschlossen wurde.
Blasis Aufstieg hat sich 2026 deutlich beschleunigt. Nach Gesamtrang drei bei der Santos Tour Down Under Women gewann sie die Vuelta und etablierte sich endgültig in der Spitze des Pelotons.
In dieser Saison triumphierte sie zudem bei Amstel Gold Race, Durango Durango Emakumeen Saria, Tour Féminin des Pyrénées und Volta a Catalunya Femenina. Blasi liegt aktuell auf Platz zwei der Weltrangliste, knapp hinter Demi Vollering, und startet am 26.09. für Spanien im WM-Straßenrennen als eine der Medaillenhoffnungen des Landes.
Paula Blasi gewann das Amstel Gold Race Ladies 2026
Movistar schmiedet ein Projekt um die neue Anführerin
Die Verbindung zwischen Blasi und Movistar reicht dem Vernehmen nach weiter zurück als ihr Vuelta-Triumph. Erste Kontakte gab es im Januar bei der Tour Down Under, während die Gespräche andauerten, als ihr Status im Peloton wuchs. Auch Lidl-Trek war im Rennen: Blasi hatte einen Vorvertrag mit dem US-Team, der letztlich jedoch platzte.
Ihr Wechsel zu Movistar dürfte die Frauen-Struktur des Teams neu ordnen. Das gemeldete Paket liegt bei rund 500.000 € pro Saison, womit Blasi zu den Topverdienerinnen im Frauen-Peloton zählen würde.
Movistar hat bereits die Verpflichtung von Mireia Benito, spanische Straßen- und Zeitfahrmeisterin, bekannt gegeben. Zudem stößt Francesc Escolà als Trainer dazu. Aída Nuño übernimmt als Sportliche Leiterin und wird damit die erste Frau in dieser Funktion innerhalb der von Eusebio Unzué geführten Struktur.
Ab 2027 soll die sportliche Ausrichtung um Blasi herum aufgebaut werden. Die Frühjahrsklassiker, die Volta und insbesondere die Tour de France rücken ins Zentrum, mit der Katalanin als klarer Kapitänin.
Unterstützung erfährt sie von erfahrenen Kräften im Kader. Marlen Reusser, eine der etablierten Anführerinnen bei Movistar, soll Blasis Ankunft begrüßt und über eine enge Abstimmung ihrer Rennprogramme und Ziele, vor allem rund um die Tour, gesprochen haben.
Der Transfer wäre ein weiterer Schritt in Blasis rasanter Entwicklung. Ihr Vuelta-Sieg machte aus einem großen Talent eine Grand-Tour-Gewinnerin, und Movistar scheint bereit, einen wesentlichen Teil seines Frauenprojekts auf diesem Durchbruch aufzubauen.
Von der Vuelta-Siegerin zur zentralen Referenz bei Movistar
Der Zeitpunkt der Verkündung böte Movistar zudem die Chance, den Neuzugang auf einer der größten Bühnen des Radsports zu präsentieren. Dem Vernehmen nach will das Team die Dynamik um Enric Mas’ Vuelta-Sieg nutzen, indem beide spanischen Grand-Tour-Gewinner gemeinsam auftreten und so die Männer- und Frauen-Projekte verbinden.
Für Blasi gilt der unmittelbare Fokus Montréal. Zunächst startet sie bei den Weltmeisterschaften für Spanien, bevor sie den Blick auf den nächsten Karriereschritt richtet. Ob sie im Oktober nach der WM noch Rennen bestreitet, ist offen, wirkt aber unwahrscheinlich. Andernfalls verabschiedete sie sich Anfang September mit Platz zwei bei der Pointe du Raz Ladies Classic von UAE.
Ihr erstes großes Ziel mit Movistar wird die Titelverteidigung bei der Vuelta, die sie 2026 gewann. Das Rennen soll 2027 in den September rücken, eine Woche nach der Vuelta der Männer, was der Titelverteidigerin einen veränderten Kalenderrahmen gibt.