„Der Medientrubel setzt dem ganzen Team zu“ – UAE-Sportdirektorin reagiert auf Berichte über internen Konflikt

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 07 August 2026 um 15:30
Paula Blasi 2
Die Situation um Paula Blasi bleibt während dieser Tour de France Femmes eines der beherrschenden Themen bei UAE Team L'IMAD. Die junge Spanierin zählt zu den Entdeckungen der Mannschaft, muss jedoch zunehmend mit dem Druck und der Aufmerksamkeit umgehen, die ihre starken Leistungen mit sich bringen. Gleichzeitig bewegt sie sich in einem Team, dessen Hierarchie mit zwei klar definierten Kapitäninnen festgelegt ist: Dominika Wlodarczyk und Elisa Longo Borghini.
Vor dem Start der sechsten Etappe nahm Sportdirektorin Cherie Pridham bei Eurosport ausführlich zur Situation Stellung. Trotz der Diskussionen um Blasi und unterschiedlicher Interpretationen ihrer Rolle innerhalb der Mannschaft stellte Pridham klar, dass sich an der grundsätzlichen Ausrichtung des Teams seit Beginn der Tour nichts geändert habe.

Zwei klare Leaderinnen von Beginn an

„Wir haben von Anfang an eine klare Führungsstruktur mit Dominika und Elisa. Daran hat sich nie etwas geändert“, erklärte Pridham. Vollständig festgelegt ist die Rollenverteilung damit allerdings nicht. Sollten sich im Rennverlauf entsprechende Möglichkeiten ergeben, darf auch Blasi ihre eigenen Ambitionen verfolgen. „Natürlich sehen wir eine Chance für Paula“, fügte die Sportdirektorin hinzu.
Paula Blasi auf dem Podium.
Paula Blasi steht bei der Tour de France Femmes zunehmend im Rampenlicht – bei UAE Team L'IMAD bleiben Dominika Wlodarczyk und Elisa Longo Borghini jedoch die Leaderinnen.
Pridhams Aussagen folgen auf Äußerungen von Blasi selbst, die eingeräumt hatte, dass es ihr mitunter schwerfalle, erfahrenere Teamkolleginnen für sich arbeiten zu lassen – insbesondere aufgrund ihres noch jungen Alters. Eine Situation, die nach Aussage der Spanierin durchaus Frust auslösen könne, wenn sie selbst das Gefühl habe, um ein Spitzenresultat kämpfen zu können.

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Pridham zeichnet von der Situation innerhalb des Teams allerdings ein anderes Bild und trat dem Eindruck möglicher interner Spannungen entgegen. Die Britin betonte den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und versicherte, dass die Stimmung im Teambus trotz der enormen Belastungen eines Rennens wie der Tour de France Femmes gut sei.
„Die Mädels sind vereint und verfolgen das Teamziel“, sagte Pridham. Dass UAE Team L'IMAD gleich drei Fahrerinnen unter den besten Zehn der Gesamtwertung platziert hat, wertet die Sportdirektorin als Beleg dafür, dass die gewählte Strategie funktioniert und gleichzeitig jede der drei Fahrerinnen ihre Möglichkeiten wahren kann.
Auch auf die große mediale Aufmerksamkeit rund um Blasi ging Pridham ein. „Sie nimmt alles auf ihre Schultern, all den Lärm der Medien, und das ist für uns alle sehr hart, für das ganze Team“, räumte die Britin ein. Die enorme Präsenz der jungen Spanierin in den Medien habe die Mannschaft vor die Aufgabe gestellt, während eines ohnehin extrem anspruchsvollen Rennens mit einer ungewohnten Situation umzugehen.
Von einem Bruch innerhalb der Mannschaft will Pridham jedoch nichts wissen. Vielmehr betrachtet sie den entstandenen Druck als einen Teil dessen, was ein Rennen von der Bedeutung der Tour de France ausmacht. „Sie gehen sehr unterschiedlich mit den Medien um, und auch das mussten wir managen. Aber das ist die Tour de France, damit rechnen wir“, erklärte sie.
Mit drei Fahrerinnen in den Top 10 der Gesamtwertung geht UAE Team L'IMAD mit weiterhin intakten Zielen in die zweite Hälfte der Rundfahrt. Wlodarczyk und Longo Borghini bleiben die beiden zentralen Bezugspunkte der Mannschaft, während sich für Blasi weiterhin die Möglichkeit bietet, sich bietende Chancen zu ergreifen. Die heutige Etappe mit dem Anstieg zum Mont Ventoux dürfte nun dafür sorgen, dass sich die Kräfteverhältnisse im Gesamtklassement weiter herauskristallisieren.
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