Oscar Onley ging aus dem entscheidenden Zeitfahren der 18. Etappe bei der
Vuelta a España 2026 mit neuem Vertrauen in seine Form und deutlich festerem Griff am Weißen Trikot hervor.
Der Kapitän von Netcompany INEOS fuhr auf dem flachen 32,1-Kilometer-Kurs zwischen El Puerto de Santa Maria und Jerez de la Frontera die 15.-schnellste Zeit. Für seine eigenen Ziele noch wichtiger: Er nahm Jakob Omrzel 27 Sekunden ab und baute seine Führung in der Nachwuchswertung von 30 auf 57 Sekunden aus.
Onley hatte in der zweiten Woche darüber gesprochen, das Niveau vom Beginn der Rundfahrt wiederzufinden. Sein Auftritt gegen die Uhr lieferte vor den zwei verbleibenden Bergetappen eine ermutigende Antwort.
„Ich glaube, ich habe es ziemlich gut umgesetzt. Der Körper hat so reagiert, wie ich es wollte“,
sagte er im Ziel. „Ich hatte das Gefühl, tief gehen zu können, deshalb bin ich mit dem heutigen Tag sehr zufrieden.“
Oscar Onley festigt seine Position im Weißen Trikot
Der weitgehend flache Kurs bot kaum Möglichkeiten zum Durchschnaufen. Die Klassementfahrer mussten lange in der Aeroposition bleiben und genau dosieren, wo sie die härtesten Antritte setzten.
„Es war richtig schnell“, erklärte Onley. „Schwierig zu pacen, weil es keinen klaren Abschnitt gab, in dem man sich erholen konnte, aber es gab Passagen, in denen man ziemlich tief gehen musste. Es war ziemlich hart, aber es gibt immer kleine Momente, in denen man kurz Luft holen kann.“
Seine Fahrt änderte nichts an seinem fünften Platz in der Gesamtwertung, stärkte seine Lage aber in zwei Richtungen. Onley liegt nun nur 46 Sekunden hinter dem viertplatzierten Richard Carapaz, während Omrzel als Sechster 57 Sekunden zurückliegt. Nach dem Zeitfahren werden beide Duelle in den Bergen und nicht mehr gegen die Uhr entschieden.
Keine Körner gespart vor den finalen Bergduellen
Onley wies den Gedanken zurück, die Spitzenfahrer könnten ihre Kräfte angesichts der zwei fordernden Etappen zurückgehalten haben. Bei möglichen großen Abständen über 32,1 Kilometer war Energiesparen keine realistische Option.
„Ich denke, oder zumindest hoffe ich, dass heute alle im GC so hart gefahren sind, wie sie konnten“, sagte er. „In einem Zeitfahren hältst du nie etwas zurück.“
Der 21-Jährige erwartet zudem nicht, dass der Aufwand seine Leistungen in den Bergen schmälert. „Es ist ein kurzer Einsatz und davon können wir uns recht schnell erholen. Ich glaube nicht, dass es die nächsten Tage wirklich beeinflusst. Ich freue mich auf die kommenden zwei Tage.“
Onley startet in das abschließende Bergdoppel mit 6:03 Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Enric Mas. Der Gesamtsieg ist nun fern, doch Rang vier bleibt in Reichweite, und sein Vorsprung auf Omrzel bietet wertvollen Schutz im Kampf, das Weiße Trikot bis Granada zu tragen.