Der EF Education-EasyPost-Fahrer, der Zwift gegen den Traum der World Tour eingetauscht hat: "Alles ist schön und läuft nach Plan"
Radsport
Der Weg von Jardi Christiaan van der Lee zur WorldTour ist eine der bemerkenswertesten Geschichten des modernen Radsports. Der 23-jährige Niederländer, der jetzt für EF Education-EasyPost fährt, nahm nicht den herkömmlichen Weg über Junioren- und U23-Entwicklungsteams.
Stattdessen wurde das Team durch seine Online-Leistungen auf Zwift auf ihn aufmerksam und bewies, dass virtuelle Rennen in der heutigen Zeit ein echter Weg in die Profiriege sein können.
Der Übergang vom Hallentraining zu Wettkämpfen auf höchstem Niveau ist keine leichte Aufgabe, doch van der Lee hat den Wechsel mit beeindruckender Reife gemeistert. Im Jahr 2023 stellte er sein Talent mit dem Sieg beim Omloop van Simpelveld unter Beweis und bewies, dass er auch unter realen Rennbedingungen mithalten und gewinnen kann.
Jetzt, im Jahr 2025, macht er Fortschritte im Profi-Peloton und beweist, dass sein Talent, seine Ausdauer und sein taktisches Verständnis auch jenseits der digitalen Welt überzeugen.
Kürzlich sprach er mit In de Leiderstrui über seine ersten Rennen der Saison, seine Erfahrungen mit den Besten der Welt und was er in den kommenden Jahren erreichen will.
Van der Lee nahm an der UAE-Tour teil, wo er Georg Steinhauser unterstützte. Das Rennen verlief bis zur letzten Etappe gut, als Staffeln die Strategie durcheinander brachten.
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"Am letzten Tag gab es Staffeln und er war knapp dahinter", sagte van der Lee. "Zuerst blieb es bei einer Minute, aber dann wurde es schnell größer. Die Männer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten begannen sich zu drehen und hatten schließlich drei Minuten Vorsprung am Anstieg."
Für van der Lee war das Auffälligste an der VAE-Rundfahrt, dass er zum ersten Mal im selben Feld wie Tadej Pogacar fuhr. Gegen den amtierenden Weltmeister anzutreten, eröffnete eine neue Perspektive auf den Ablauf von Rennen auf höchstem Niveau.
"Man merkt, dass andere Teams ihr Rennen auf so einen einstellen, weil man weiß: Er bestimmt den Rennverlauf. Das ist eine ganz andere Art des Fahrens. Es war nicht nur das erste Mal, dass ich gegen ihn gefahren bin, sondern auch das erste Mal, dass ich auf diese Art und Weise gefahren bin. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen."
Viele Fahrer würden sich an der Seite von jemandem wie Pogacar überfordert fühlen, doch van der Lee ging pragmatisch vor.
"Er macht das Rennen. Normalerweise hat man einen Plan: Wir werden dies und jenes tun. Aber mit Fahrern wie Pogacar kann sich dieser Plan plötzlich ändern. An sich war es eine schöne Erfahrung."
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Trotz der namhaften Konkurrenz ließ er sich nicht einschüchtern.
"Ab einem gewissen Punkt ist es so: Sie sind einfach deine Konkurrenten. Man sollte nicht zu viel darüber nachdenken, aber natürlich ist es trotzdem cool, gegen solche Fahrer zu fahren."
Als Amateur weiß van der Lee zu schätzen, wie sich die Renndynamik auf der Profi-Ebene verändert, wo taktische Kämpfe oft den offensiven Stil der unteren Rennklassen ersetzen.
"Ich muss sagen, dass ich den Reiz darin sehe. Ich komme aus dem Amateurbereich und dort ist es immer ein Rennen vom Start bis zum Ziel. Das ist bei den Profis einfach nicht der Fall. Wenn also diese Art von Männern die Initiative ergreifen und das Rennen hart machen, finde ich das cool. Für den Radsportenthusiasten ist das spektakulär zu sehen."
In der Saison 2024 war er auch bei Paris-Roubaix dabei, wo er den dominanten Sieg von Mathieu van der Poel miterlebte: "Das war ein tolles Erlebnis."
Seine Leistungen bei Rennen wie Paris-Roubaix haben EFEducation-EasyPost auch dabei geholfen, herauszufinden, wo seine Stärken liegen.
"Ich merke, dass ich nach ein paar Tagen immer noch so frisch bin wie am ersten Tag, und das macht mich für Mehrtagesrennen geeigneter als für Eintagesrennen."
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Die Anpassung an das Leben im Profi-Peloton war jedoch nicht ohne Herausforderungen. Die höhere Intensität, die häufigen Reisen und die Trainingsanforderungen erforderten eine gewisse Eingewöhnungszeit, und van der Lee räumt ein, dass es Momente gab, in denen ihn die Mühsal des Rennbetriebs einholte.
"In Rennen auf etwas niedrigerem Niveau konnte ich meine Aufgabe als Fahrer besser erfüllen und mehr aus mir herausholen", gab er zu. "Alles in allem war es ein langes Jahr, mit vielen Rennen und Höhen und Tiefen. Manchmal kam ich von einem Rennen oder Trainingslager zurück und dachte: Ich hätte das anders machen sollen. Daraus lernt man, und beim nächsten Mal macht man Fortschritte."
Die größte Herausforderung kam kurz vor der Alpenrundfahrt, als die unerbittliche Natur des Sports ihren Tribut forderte.
"Der härteste Moment der Saison war kurz vor der Alpenrundfahrt, nach ein paar harten Wochen. Da dachte ich: Mensch, das ist wirklich viel. Ich musste einen Schritt zurück machen."
Trotz der Intensität bleibt er bodenständig und dankbar: "Wenn man seinen Traum zum Beruf machen kann, sollte man nicht klagen, sondern weitermachen. Ich tue etwas, das ich liebe, und mental war es nie zu viel für mich.
Eine der größten Lernerfahrungen machte er bei seinem ersten Höhentrainingslager. Vielen Fahrern fällt die Umstellung auf das Höhentraining schwer, und van der Lee entdeckte schnell die einzigartigen Herausforderungen.
"Das Höhentrainingslager war eine völlig neue Erfahrung für mich. Man muss dort in Ruhe trainieren und darf sich nicht überfordern. Die ersten zwei Wochen haben sich gut angefühlt, und wir haben es wirklich langsam aufgebaut. In der dritten Woche haben wir mit Intervallen begonnen, und da bin ich schnell an meine Grenzen gekommen. Aber genau so lernt man seinen Körper besser kennen: was man verträgt, wo die Grenzen sind und wo man sich noch verbessern kann."
Die Ausdauer war ein Schwerpunkt für ihn, und die Verbesserungen waren deutlich.
"Was die Ausdauer angeht, liegen wir gut im Zeitplan, da sehe ich große Fortschritte. Aber bei der Spitzenleistung wäre ich gerne noch ein bisschen weiter. Dennoch bin ich zufrieden mit dem, was ich erreicht habe.
Der nächste Schritt in seiner Entwicklung wird sich auf die Spitzenleistung konzentrieren, ein Bereich, in dem er hofft, bis 2025 erhebliche Fortschritte zu erzielen.
"Da wir uns in diesem Jahr vor allem auf die Ausdauer konzentriert haben, um zum Beispiel am Ende des Rennens noch hohe Werte liefern zu können, ging das etwas auf Kosten meiner Spitzenleistung."
Das wird nun ein wichtiger Teil seines Trainings sein: "Vom Asprint bis zum langen Anstieg. Wenn das klappt, kann ich vielleicht um einen Etappensieg mitfahren oder einen wichtigen Vorsprung bergauf herausfahren."
Trotz seiner Fortschritte räumt van der Lee ein, dass seine Rolle im Team in erster Linie darin besteht, die anderen zu unterstützen und nicht, individuelle Ergebnisse zu erzielen.
"Für meinen Fahrertyp ist es schwierig, sich ein bestimmtes Ergebnis als Ziel zu setzen, da ich hauptsächlich in einer Nebenrolle fahre. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, in den kommenden Jahren weiter Fortschritte zu machen, bis man ein Niveau erreicht hat, bei dem das Wachstum abflacht. Dann kann man sehen, wie man seine Ergebnisse durch taktische Entscheidungen und externe Faktoren verbessern kann."
Seine Liebe zum Sport ist ungebrochen, und er fühlt sich glücklich, dass er seinen Traum verfolgen kann.
"Der Profiradsport ist genau so, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ich habe mich in meinem letzten Jahr vor meinem Profivertrag ganz darauf konzentriert und habe es keinen Augenblick bereut. Man opfert Dinge, aber man bekommt auch viel zurück. Letztlich geht es um Prioritäten und darum, wie sehr man sich für etwas einsetzen will. Im Spitzensport muss man sich voll und ganz darauf konzentrieren, und danach muss man leben. Es gibt immer einen Plan B, aber den verschieben wir jetzt erst einmal.
Im Moment ist er voll und ganz damit beschäftigt, zu sehen, wie weit er gehen kann: "Es ist fast langweilig für dich", lacht er. "Alles ist schön und läuft nach Plan, eine Art Märchengeschichte. Aber es ist wirklich hundertprozentig wahr: Ich mache das mit großer Freude und kann mir nichts anderes vorstellen."
Sein größtes Ziel für 2025 ist die Teilnahme an einer Grand Tour, eine Herausforderung, die seine Ausdauer und mentale Stärke auf die Probe stellen wird.
"Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr eine Grand Tour fahren kann, um zu sehen, wie mein Körper darauf reagiert. Das ist etwas, das ich wirklich erleben möchte."
Angesichts seiner Fähigkeit, bei Mehrtagesrennen stark zu bleiben, könnte dies die perfekte Gelegenheit sein, sich zu beweisen: "Es ist eine interessante Herausforderung, um herauszufinden, wie mein Körper das aushält. Es ist ein Ziel, dieses Jahr eine Grand Tour zu fahren und sie auch zu beenden.

Franco PerezRedakteur
Franco Perez ist seit 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de und arbeitet von Deutschland aus. Er berichtet über den professionellen Radsport mit Schwerpunkt auf der WorldTour, den großen Klassikern und den Grand Tours – darunter die Tour de France, der Giro d’Italia und La Vuelta a España – sowie über den internationalen Cyclocross-Kalender. Seine Arbeit umfasst Vorberichte und Rennberichte, in denen er Renndynamik, Taktik und Entwicklungen im Peloton klar und nachvollziehbar einordnet.
Neben eigenen Beiträgen unterstützt Franco die Redaktion vor allem redaktionell: Er überarbeitet Texte, strukturiert Inhalte und achtet auf Konsistenz und Qualität, damit Berichte präzise, verständlich und sachlich belastbar bleiben. In seiner redaktionellen Arbeit legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










