„Das muss ihn wahnsinnig machen“: Brian Holm begründet Vingegaards Ärger mit unerwünschter Begleitung im Training

Radsport
Donnerstag, 29 Januar 2026 um 7:00
Jonas Vingegaard
Die Saison 2026 soll jene werden, in der Jonas Vingegaard die Herausforderung von Tadej Pogacar annimmt und mit dem ambitionierten Giro-Tour-Doppel die Tour-de-France-Krone zurückerobert. Der Start ins Jahr lief jedoch alles andere als ideal: Bei einer Trainingsfahrt zu Wochenbeginn verlor der Däne die Kontrolle über sein Rad und zog sich Schürfwunden im Gesicht zu. Glücklicherweise blieb der 29-Jährige von schweren Verletzungen verschont.

Was Vingegaards Sturz über Trainings-Etikette im Radsport lehrt

Ein spanischer Amateurfahrer, Pedro García Fernández, schilderte weitere Details zum Sturz, da er während der Einheit hinter dem Visma | Lease a Bike-Profi fuhr. Demnach habe der zweifache Toursieger sich darüber geärgert, dass García an einem Anstieg dranhängte, und versucht, ihn in der folgenden Abfahrt abzuschütteln. Wie nun bekannt, ging das schief.
Seither hat der Skandinavier Magnus Kulset (ehemals Profi bei Uno-X, aktuell beim Continental-Team Ringerike) Vingegaards angeblichen Ärger über unerwünschte Begleitung verteidigt (das Team wollte den Vorfall nicht weiter kommentieren). Nun bekommt er Rückendeckung von einer prägenden Figur des dänischen Radsports: Brian Holm sprach mit EkstraBladet:
„Viele verstehen wohl nicht, wie stressig das für einen Fahrer ist. Man hat ständig das Gefühl, der andere könnte einem ins Hinterrad fahren. Und oft wird man dabei permanent gefilmt. Irgendwann ist das zu viel. Dann wirst du verrückt, ich verstehe ihn (dass Vingegaard angeblich wütend wurde, Anm.). Es muss Leute wie ihn, Pogacar und Van der Poel wahnsinnig machen, wenn ihnen ständig jemand hinterherfährt.“

Nicht der erste Vorfall

Brian Holm bestritt den Großteil seiner aktiven Karriere in den 90ern, als es auf den Straßen noch deutlich ruhiger zuging. Als Sportdirektor bei T-Mobile und später Quick-Step nahm er jedoch die zunehmende, unangenehme Aufmerksamkeit bei Trainingsfahrten wahr. Mitunter sei eine Katastrophe nur knapp verhindert worden, erzählt er:
„Wir hatten einmal bei einem Trainingslager zwei Zwischenfälle. Zuerst fuhr ein Hobbyfahrer in Fabio (Jakobsen, Anm.) hinein. Auf seinen Radschuhen waren danach Bremsspuren. Beim zweiten Mal war ein Fahrer kurz davor, die Zunge zu verschlucken. Stijn Steels musste blitzschnell reagieren und die Zunge herausziehen, damit er nicht erstickt.“
Zudem verletzt zu dichtes Fahren die Privatsphäre. „Wenn du mit deiner Partnerin unterwegs bist und ihr euch unterhaltet, und ein anderer Radfahrer sitzt im Windschatten, ist das so, als würdet ihr im Café am Tisch sitzen und jemand setzt sich dazu und hört mit. Genau so fühlt es sich für einen Radprofi an.“
Jonas Vingegaard wünscht sich Abstand von Radtouristen
Jonas Vingegaard würde es bevorzugen, wenn Radtouristen Abstand halten
Holm weiß, dass sich an diesem Trend wenig ändern lässt. Öffentliche Straßen gehören allen, dennoch hat er eine Bitte an Freizeitradler: „Man könnte in einen Radsportverein eintreten und lernen, was man tun und was man lassen sollte. Jemand aus einem Verein würde nie auf die Idee kommen, so etwas zu machen (Profis zu verfolgen, Anm.). Das ist einfache Höflichkeit und soziale Intelligenz. Wer selbst nicht viel fährt, versteht das oft nicht.“
Nach dem Vorfall um Jonas Vingegaard formulierte auch Visma | Lease a Bike eine klare Botschaft, die sie zusammen mit der Entwarnung zu Vingegaards Verletzungen an die Presse schickten: „Als Team möchten wir Fans auf dem Rad generell bitten, die Sicherheit an erste Stelle zu setzen. Für euer eigenes Wohl und das der anderen. Bitte lasst die Fahrer trainieren und gebt ihnen so viel Raum und Ruhe wie möglich.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading