Julian Alaphilippe hat seine beste Zeit bereits vor ein paar Jahren erlebt. Er weiß genau, wie man sich auf die
Tour de France vorbereitet, ein Rennen, in dem er in der Vergangenheit sechs Etappen gewonnen hat. 2026 ist seine Mission vor der Grande Boucle, seine besten Gefühle wiederzufinden und nach einem sehr schwierigen Jahr den Spaß am Rennen zurückzugewinnen.
Formsuche in der Schweiz
„Ihm fehlt an manchen Tagen noch etwas Konstanz“, sagte Sportdirektor Sylvain Blanquefort zu
DirectVelo. „Am ersten Tag war es mittelmäßig, am zweiten ok“, erklärte der Franzose mit Blick auf die jüngste
Tour de Suisse. Es war Alaphilippes erster Rennblock seit den Ardennen, wo er wegen körperlicher Probleme kein Rennen beenden konnte. Bei Strade Bianche, Tirreno–Adriatico und Milano–Sanremo fehlte dem Routinier die Form, um Ergebnisse zu erzielen.
Auch bei der Baskenland-Rundfahrt war er nicht auf Kurs und letztlich zeigte er in diesem Jahr nie seine besten Beine. Beim GP Gippingen wurde er Fünfter, eingeklemmt zwischen Thibau Nys und Jarno Widar im Sprint eines dezimierten Feldes – die ersten drei Plätze waren bereits von Ausreißern belegt. Ein ermutigendes Signal, doch bei der Tour de Suisse war er eher unauffällig.
„Er ist auf dem richtigen Weg. Seine Woche ist ermutigend. Ziel ist es, die Gefühle und die Freude am Radfahren wiederzufinden. Es bleiben noch zehn Tage bis zum Start der Tour.“
Julian Alaphilippe at Itzulia Basque Country 2026
Die richtigen Tage bei der Tour de France wählen
Als Aushängeschild des Schweizer Teams 2025 verpflichtet, stand Alaphilippes Start bei der
Tour de France nie zur Debatte, denn er hält einige der besten Etappensiegchancen der Mannschaft. In seiner aktuellen Verfassung wird das eine schwierige Aufgabe, doch er will die Form bis zum Start steigern und verzichtet auf die französischen Meisterschaften, um keine Trainingszeit in die Tour hinein zu verlieren.
„Er will die Dinge sauber angehen, um für die Tour bereit zu sein. Das Ziel ist, die Tage zu nutzen, an denen er sich richtig gut fühlt und die er angekreuzt hat, und an anderen Tagen ruhiger zu bleiben“, ergänzte Blanquefort.
Mit frühen hügeligen Etappen, die wohl die Klassementfahrer und Mathieu van der Poel prägen werden, gibt es während der Tour 2026 nur wenige Chancen für einen Fahrertyp wie Alaphilippe, da es an klassischen Puncher-Tagen mangelt. Dennoch gehört er zu den erfahrensten Sieganwärtern in einem Rennen wie diesem – auch wenn er seit fünf Jahren bei der Tour nicht mehr die Arme in die Höhe gerissen hat (wenn man den Fauxpas der Tour 2025 in Carcassonne außen vor lässt).