Mathias Vacek hat rechtzeitig zur Tour de France seine Bestform erreicht. Der
Lidl-Trek-Profi hat seine Nominierung praktisch zementiert mit einem Auftritt bei der Ronde von Zwitserland, der ihn trotz 75 Kilogramm Kampfgewicht und einem brutalen Bergfinale auf das
Schluss‑Podium brachte.
„Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich hier mit den Kletterern kämpfen würde, hätte ich es nicht geglaubt“, sagte Vacek in einer
Pressemitteilung. Vacek beendete das Rennen als Dritter und stand mit Tadej Pogacar und Richard Carapaz gemeinsam auf dem Podium.
Der Tscheche hat in den vergangenen Jahren enorme Qualität gezeigt, vor allem in Klassikern und Zeitfahren. Doch wie nur wenige vor ihm ist er ein echter Allrounder: Er glänzt auf welligem Terrain und behauptet sich zugleich stark in den Bergen.
Auf der 1. Etappe gehörte er zu den Stärksten im Hügelland. Dass er auf der 2. Etappe als Einziger die Schlussanstiege mit Tadej Pogacar mitgehen konnte, hatten nur wenige erwartet. Dort zeigte Vacek sein wahres Niveau und nahm im Kampf um das Gesamtklassement direkte Rivalen Zeit ab.
Mathias Vacek bei der 2026 Ronde von Zwitserland
Pogacar in einer anderen Liga, Vacek nah am Rest
Im Zeitfahren war seine Leistung nicht ganz so scharf wie erhofft, doch es reichte fürs Podium. Gegen zahlreiche Kletterer behauptete er sich auch auf Etappe 5. Zwar verlor er nach Villars-sur-Ollon 2:16 Minuten auf Pogacar, auf den „Besten des Rests“ Jarno Widar büßte er jedoch nur 23 Sekunden ein.
„Okay, Pogi ist in einer anderen Liga, aber Carapaz und die Jungs sind richtige Bergziegen. Daher ist das fantastisch.“ Vacek verbuchte damit eines der besten Resultate seiner Karriere, in einem Rennen, in dem er zu Beginn nicht zu den erwarteten GC-Anwärtern zählte.
Er war für die Tour de France vorgesehen, oft als rechte Hand von Mads Pedersen. Mit der aktuellen Form gibt es jedoch keinen Grund, ihn daheim zu lassen. Nach dem Sieg von Quinn Simmons bei den US-Meisterschaften am Wochenende kann das Team auf zwei seiner hellsten Allrounder zählen, um die anderen Kapitäne zu unterstützen und zugleich Etappensiege anzuvisieren.
Ein weiterer Schritt für Vacek
„Ich bin so glücklich, dass ich das schaffen konnte. Es ist einer der größten Erfolge meiner Karriere und ich könnte mit meiner eigenen Leistung, mit der Unterstützung des Teams und allem drum und dran nicht glücklicher sein. Wirklich, wirklich gut“, versicherte er.
Er hat seine Topform genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht. Bei den nationalen Meisterschaften am kommenden Wochenende dürfte er in seiner Heimat der klare Favorit sein. „Ich habe einen weiteren Schritt in meiner Leistung gemacht und die ganze Arbeit hat sich ausgezahlt. Das ist großartig. Ich bin superhappy und freue mich auf die nächsten Rennen“, schloss er.