Der Giro d’Italia Women ist durch zwei weitere Disqualifikationen erschüttert worden, nachdem Fahrerinnen dabei erwischt wurden, sich während des Rennens an ihrem eigenen oder an einem fremden Teamwagen festzuhalten.
Die Griechin Argyro Milaki (Aromitalia Vaiano) und die junge Italienerin Anita Baima (Isolmant Premac Vittoria) wurden beide nach der 5. Etappe von Longarone nach Santo Stefano di Cadore ausgeschlossen, wie das Juryprotokoll bestätigte.
Beide Fahrerinnen wurden mit 200 Schweizer Franken Geldstrafe belegt und erhielten eine Gelbe Karte. Isolmant Premac Vittoria-Sportdirektor Manel Lacambra wurde infolge dessen aus dem Rennen entfernt. Die Maßnahme folgt auf angespannte Tage seit der Disqualifikation von
Lorena Wiebes nach Etappe 1.
Disqualifikation von Lorena Wiebes
Wiebes wurde am Samstagabend vom Giro d’Italia Women disqualifiziert, nachdem die Kommissäre feststellten, dass ihr Rad nicht dem UCI-Mindestgewicht entsprach. In der Folge wurden ihr Rosa Trikot, der Etappensieg und ihre Rennteilnahme aus den Wertungen gestrichen.
Die niederländische Meisterin hatte Etappe 1 souverän gewonnen, das Rosa Trikot mit drei Radlängen Vorsprung erobert und damit ein Ausrufezeichen zum Auftakt gesetzt.
Stunden nach der Siegerehrung und dem Blick auf die zweite Etappe wurde die Radsportwelt von der Schockmeldung getroffen. Die 27-Jährige wurde ausgeschlossen, weil ihr Rad das Mindestgewicht von 6,8 Kilogramm nicht erreichte.
Rad um 0,02 Kilogramm zu leicht
Ihr Team bestätigte später, dass das Rad mit 6,78 Kilogramm gewogen wurde. SD Worx-Protime kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen und rechtliche Schritte zu prüfen.
Ihr Agent André Boskamp berichtete, die Sprinterin sei „völlig durch den Wind“ gewesen. Er bestätigte jedoch, dass sie nach Hause in die Niederlande zurückgekehrt ist, Zeit mit der Familie verbringt und den Fokus auf den Copenhagen Sprint am 13.06. richtet.
„Ich habe am Samstagabend sofort mit ihr gesprochen. Sie war da völlig fertig“, sagte Boskamp
zu Wielerflits.„Ich habe deshalb schlecht geschlafen. Aber Lorena hat ihren Rückflug recht schnell organisiert. Sie ist am Sonntagmorgen in Schiphol gelandet, ihre Eltern haben sie abgeholt. Dann sind sie an den Strand gefahren, um den Kopf freizubekommen.“