Die Olympiasiegerin in der Mannschaftsverfolgung von Tokio hob insbesondere hervor, auf welch hohem Niveau ihre Landsfrau bereits während der gesamten Saison unterwegs ist. Bei der Tour bestätigte Niedermaier diese Form mit bemerkenswerter Konstanz: Einerseits stellte sie sich konsequent in den Dienst ihrer Kapitänin Kasia Niewiadoma, andererseits sicherte sie sich selbst eine herausragende Platzierung im Gesamtklassement.
Niedermaier überzeugt auch als wichtige Helferin
Noch auf der Schlussetappe übernahm Niedermaier am letzten Anstieg zum Col d'Eze die Tempoarbeit an der Spitze der Gruppe, ehe Niewiadoma und die spätere Gesamtsiegerin Demi Vollering an den steilsten Rampen ihre Attacken lancierten.
Antonia Niedermaier beendet die Tour de France Femmes 2026 auf Gesamtrang vier und gewinnt mit deutlichem Vorsprung das Weiße Trikot der besten Nachwuchsfahrerin.
Nachdem Niedermaier in diesem Jahr bereits den zweiten Gesamtrang beim Giro Donne erreicht hatte, zeigte sich Brennauer begeistert von ihrer Entwicklung und insbesondere von der Geschwindigkeit, mit der die 23-Jährige den Sprung in die Weltspitze geschafft hat.
„Die Art, wie sie sich entwickelt hat, wie sie das ganze Jahr gefahren ist, ist wirklich beeindruckend“, sagte die ehemalige Weltmeisterin auf Straße und Bahn gegenüber dem
SID.
Als zuverlässige Helferin der Tour-Siegerin von 2024 überzeugte Niedermaier nicht nur mit ihrer Arbeit für Niewiadoma, sondern entschied auch die Nachwuchswertung souverän für sich. Paula Blasi auf Rang zwei distanzierte sie um mehr als eine Minute, Isabella Holmgren auf dem dritten Platz lag bereits vier Minuten hinter der Deutschen.
„Wie sie für Kasia Niewiadoma gearbeitet hat. Das macht Spaß. Das ist eine unglaubliche Leistung“, sagte Brennauer. „Dass sie das Weiße Trikot mit großem Vorsprung gewinnt, Vierte in der Gesamtwertung wird – trotz all der Arbeit –, da muss man den Hut vor ihr ziehen.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Brennauer davon, wie selbstverständlich Niedermaier ihre eigenen Ambitionen mit ihrer Rolle als Helferin verbinden konnte. „Wie sie von vorn für ihre Kapitänin das Tempo gemacht hat und immer da war, jederzeit abrufbar.“
Niedermaier rückt dem Tour-Podium immer näher
Lediglich 51 Sekunden fehlten Niedermaier am Ende auf die drittplatzierte Elisa Longo Borghini. Damit dürfte die Deutsche künftig zwangsläufig auch als Kandidatin für einen Angriff auf das Podium der
Tour de France Femmes gehandelt werden. Für Brennauer ist allerdings nicht allein die vergangene Tour-Woche ein Hinweis auf Niedermaiers enormes Potenzial.
Schon ihre Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf sprechen für die bemerkenswerte Konstanz der CANYON//SRAM-Fahrerin. Niedermaier belegte den fünften Gesamtrang bei der Baskenland-Rundfahrt und fuhr beim Giro auf dem Weg zu Platz zwei in der Gesamtwertung dreimal auf ein Etappenpodium. Bei den Deutschen Meisterschaften kamen außerdem die Plätze zwei und fünf im Zeitfahren beziehungsweise im Straßenrennen hinzu.
„Sie fährt das ganze Jahr über auf sehr hohem Niveau, nicht nur bei der Tour.“