Tadej Pogačar dominierte die Schlagzeilen nach dem Milano–Sanremo am Samstag, doch weiter hinten im Feld schrieben andere ihre eigenen Geschichten. Für Corbin Strong war Platz fünf bei einem Monument die perfekte Antwort auf einen der frustrierendsten Saisonstarts, die er sich vorstellen konnte.
Für Strong gab es 2026 bislang wenig zu feiern. Stürze, Defekte und Krankheit prägten seine Kampagne seit Januar und ließen ihn mit fast leeren Händen dastehen. Am Samstag änderte sich das. Im Sprint um Rang vier direkt hinter Mads Pedersen ins Ziel zu kommen, war für den Neuseeländer nachvollziehbarerweise eine Erleichterung.
„Ja, ich bin zufrieden, ich fühlte mich gut. Das Team hat enorm gearbeitet und die Jungs waren fantastisch. Seit Saisonbeginn hatte ich furchtbares Pech – zwischen Stürzen, Defekten und Krankheit. Deshalb ist es richtig gut, endlich wieder ein Finale mitzufahren und sogar eine Top Fünf bei einem Monument zu holen, das ist etwas ganz Besonderes“, sagte er im Ziel gegenüber
Cyclism Actu.
Corbin Strong hat 8 Profisiege in seiner Karriere
Verwirrung im Feld nach Pogačars Sturz
Strong schilderte zudem eine interessante Innenperspektive auf den Moment, als Pogačar rund 30 Kilometer vor dem Ziel zu Boden ging. Im Peloton wusste zunächst niemand so recht, was passierte.
„An der Cipressa hatte ich ein merkwürdiges Gefühl, denn so wie Pogačar gestürzt ist, hat wirklich keiner verstanden, was los war. Aber jeder dachte nur daran, sich bestmöglich zu positionieren. Kurz darauf fuhr UAE wieder an die Spitze des Feldes, und dann…“, sagte er und ließ den Rest für sich sprechen.
Was folgte, ist inzwischen bekannt. Pogačars unnachgiebige Attacken am Poggio waren zu viel für Van der Poel und ließen nur Pidcock übrig, bevor der Slowene auf der Via Roma mit dem kleinstmöglichen Vorsprung gewann. Für Strong war es nach den Strapazen der letzten Monate mehr als genug, am Ende dabei zu sein und auf einer der größten Bühnen des Radsports den Sprint um die Nebenränge zu bestreiten.