Das Pech reißt für
EF Education-EasyPost im Jahr 2026 nicht ab. Bei den US-Amerikanern lässt sich die Zahl der Fahrer ohne ernsthafte Zwischenfälle an einer Hand abzählen. Nun traf es auch
Lukas Nerurkar: Der Brite wurde beim Training von einem Auto erfasst und zog sich mehrere Verletzungen zu.
Bei einer Trainingsfahrt nahe seines Elternhauses in England am 02.07.2026 wurde Lukas Nerurkar von einem Autofahrer angefahren. Er erlitt unter anderem einen gebrochenen und ausgerenkten Schlüsselbeinbruch, ein gebrochenes Brustbein, einen Wirbelbruch, eine Rippenfraktur sowie eine leichte Lungenverletzung.
Der Brite wurde nach zwei Nächten zunächst nach Hause entlassen, kehrte jedoch am 08.07.2026 planmäßig zur Operation des Schlüsselbeins ins Krankenhaus zurück. Das Team teilte mit, der Eingriff sei erfolgreich verlaufen.
„Weil es der distale Teil des Schlüsselbeins ist, also der bereichsnahe zur Schulter, und dort einige Bänder beschädigt wurden, musste zusätzlich gearbeitet werden“, erklärte Nerurkar den erweiterten Eingriff in einer
Teamaussendung.
„Es war nicht mit dem Einsetzen einer Platte getan. Deshalb dürfte die Heilung etwas länger dauern. Dazu kommen das gebrochene Brustbein und die Rippe, die erst zusammenwachsen müssen. Bei einem unkomplizierten Schlüsselbeinbruch geht es in Wochen, diesmal brauche ich wohl etwas mehr Zeit. Wir hoffen, dass ich in ein, zwei Wochen wieder auf die Rolle steigen kann.“
Der Teamarzt von EF schätzt Nerurkars Genesungszeit auf sechs bis acht Wochen, mit etwa zwei Wochen Ruhe nach der Schlüsselbein-OP. Für den 22-Jährigen gilt: Die übrigen Verletzungen sollten konservativ verheilen.
Zwangspause
Bis zum Sturz lief Nerurkars Saison rund. Zwar fehlt noch der erste Profisieg, doch er zeigte Konstanz in hügeligen Eintagesrennen wie dem GP Gippingen (8.), der Faun Drome Classic (9.) oder dem Brabantse Pijl (16.).
Für die zweite Saisonhälfte hatte Nerurkar sich in Rundfahrten wie der Österreich-Rundfahrt oder der Polen-Rundfahrt den nächsten Schritt vorgenommen. Vorrang hat nun die vollständige Genesung, eine Rückkehr ist eher für Ende September oder Oktober realistisch.
Dass er bereits wieder an ein Comeback denken kann, wertet Nerurkar als positiven Aspekt dieser Zwangspause:
„Zunächst bin ich natürlich froh, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist. Es ist schlicht beängstigend, wie leicht ein Auto so etwas verursachen kann. Langfristig schmerzt es, die Rennen zu verpassen, auf die ich mich gefreut hatte. Rennen wie Österreich und Polen und die gute Sommerform zu nutzen – das fällt jetzt weg“, sagte er.
„Stürzen will man nie, aber das Team kümmert sich in den ersten Wochen gut um mich. Das ist wichtig, um die Basics hinzubekommen“, sagte er.
„Im Haus komme ich zurecht. Heute, morgen und vielleicht übermorgen bremst mich der Schmerz bei der Bewegung noch am meisten. Kleine Spaziergänge gehen, das ist schön. Ich war mit meinen Eltern und dem Hund kurz draußen. Mehr als 10, 15 Minuten sind noch nicht drin, aber frische Luft tut gut“, schloss Nerurkar.