„Ich war keine Gefahr für die Gesamtwertung“ – Enttäuschter Carapaz findet sich in altbekannter Tour-de-France-Position wieder, während ihm der Sieg entgleitet

Radsport
Mittwoch, 15 Juli 2026 um 14:00
Richard Carapaz
Tadej Pogacar hat am Dienstag bei der Tour de France 2026 seinen dritten Etappensieg eingefahren. Auf seinem Vorstoß im Massif Central distanzierte er die Klassementfavoriten mit einer krachenden Attacke am vorletzten Anstieg des Tages.
Als er jedoch beschleunigte und Jonas Vingegaard sowie die übrigen Anwärter stehen ließ, führte er das Rennen nicht an – Richard Carapaz lag nach früheren Angriffen an den Anstiegen bereits voraus.
Während UAE Team Emirates - XRG das Tempo diktierte und die Gruppe der Favoriten auf die Klassementspitzen ausdünnte, setzte Carapaz an. Bereits über fünfzehn Minuten hinter dem Gelben Trikot hoffte der EF Education - EasyPost-Profi, sich den Reibereien der GC-Fahrer zu entziehen.
„Am Ende wussten wir, dass die Etappe heute sehr schwer wird, vor allem zu Beginn, als UAE Team das Rennen stark kontrollierte“, sagte Carapaz im Ziel.
„Ich habe eine Attacke versucht; die Beine waren da. Wir wollten die Etappe gewinnen und ich habe alles gegeben.“

Pogacars Attacke beendet Carapaz’ Etappentraum

Der Ecuadorianer deutete an, dass er und sein Team den Vorstoß seit Längerem geplant hatten. Mit rund einer Minute Vorsprung auf die Favoriten sah es zwischenzeitlich gut für Carapaz aus.
Doch 16 Kilometer vor dem Ziel zündete Pogacar und stellte Carapaz im Handumdrehen. Der Slowene ließ ihn kurz darauf kompromisslos stehen, die Etappe glitt Carapaz aus den Händen und die Suche von EF nach dem ersehnten Tageserfolg geht weiter.
Er ergänzte: „Ich kannte die Strecke, ich wusste, dass eine Serie von Anstiegen kommt, die mir perfekt liegt. Für das Gesamtklassement war ich keine Gefahr, also habe ich früh attackiert. Ich glaubte an eine gute Chance, aber am Ende reichte es nicht zum Sieg.“
Carapaz ist in den jüngsten Ausgaben der Tour de France ein Fixpunkt und hat seine Form bereits unterstrichen: Rang drei auf der 3. Etappe sowie der Vorstoß am Dienstag.
Nun wartet jedoch eine längere Durststrecke bis zum Wochenende, da die Sprinter wieder die Bühne übernehmen. Die Etappen 11 und 12 sind Sache der schnellen Männer, ehe sich am Freitag eine Fluchtchance für Carapaz und andere Angreifer bieten könnte – bevor am Wochenende das Hochgebirge ruft.
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