Der ehemalige Tour-de-France-Etappensieger Nicki Sorensen hat Jonas Vingegaards Entscheidung, seine Saison 2026 zu beenden, begruendet und betont, der Daene habe den Tank bereits geleert, bevor sein Sturz bei der
Tour de France das Jahr vorzeitig beendete.
Team Visma - Lease a Bike bestaetigte am Montag, dass Vingegaard in diesem Jahr nicht mehr starten wird, waehrend er sich weiter von dem auf Etappe 15 der Tour erlittenen Schluesselbeinbruch erholt. Die Entscheidung schliesst eine Spaetsaison-Rueckkehr aus und richtet den Fokus auf 2027.
Sorensen haelt den Schritt angesichts des Umfangs an Rennen, Hoehentrainings und Vorbereitung, die Vingegaard bereits in diese Saison gesteckt hat, fuer voellig logisch.
„Fuer mich ist das voellig verstaendlich“,
sagte der Radsportexperte von TV 2 Sport. „Er hat dieses Jahr wirklich alles reingeworfen und viel gefahren, und er ist die ganze Sache auch sehr, sehr ernsthaft angegangen. Einen grossen Teil der Zeit, in der er nicht im Rennen war, hat er in Hoehentrainingslagern verbracht.“
„Im Akku ist nichts mehr uebrig“
Vingegaard hatte bereits eines der haertesten Programme seiner Karriere absolviert, bevor der Tour-Sturz kam. Er gewann Paris-Nice und die Volta a Catalunya, bevor er beim Giro d’Italia fuenf Etappen und den Gesamtsieg holte und damit seine Sammlung aller drei Grand Tours komplettierte.
Nur fuenf Wochen spaeter startete er die Tour de France mit dem Ziel des Giro-Tour-Doppels, doch ein Sturz auf Etappe 15 fuehrte zu dem Schluesselbeinbruch, der seine Saison letztlich beendete.
Sorensen sagt, er habe bereits vor der Verletzung damit gerechnet, dass die Tour das Saisonende fuer Vingegaard markieren wuerde. „Ich hatte eigentlich erwartet, dass wir nach seiner Tour de France nichts mehr von ihm sehen wuerden“, sagte er. „Dann stuerzt er und gibt zur Rennhalbzeit auf, aber sie haben sich trotzdem entschieden, seine Saison zu beenden, und das kann ich voll nachvollziehen.“
Der ehemalige daenische Meister, der in seiner eigenen Karriere eine Tour-Etappe gewann, ist ueberzeugt, dass Vingegaard fuer ein Jahr bereits weit genug gegangen ist. „In diesem Jahr ist in seinem Akku nichts mehr uebrig, also muss er einfach nach vorn schauen“, schloss Sorensen.
Vingegaard komplettierte mit seinem Giro-Sieg frueh in diesem Jahr den Satz an Grand-Tour-Titeln
Visma richtet den Blick bereits auf 2027
Visma hat Vingegaards Programm nun voll auf 2027 ausgerichtet, nachdem bestaetigt wurde, dass der Schluesselbeinbruch seine Rueckkehr ins Training zu stark verzoegert hat, um in diesem Jahr noch einen Rennblock zu bestreiten.
„Durch die Schluesselbeinverletzung hat sich mein Trainingsstart verzoegert, und es ist mir in der kommenden Zeit nicht moeglich, wieder auf Topniveau zu kommen“, sagte Vingegaard in Vismas Mitteilung. „Der Fokus liegt darauf, mich optimal auf die Ziele der Saison 2027 vorzubereiten. Diese konkreten Ziele werde ich in der kommenden Zeit mit dem Team besprechen.“
Sportdirektor Marc Reef sagte, Visma habe ohnehin geplant, Vingegaards Programm nach der Tour neu zu bewerten, wobei der Sturz und der Schluesselbeinbruch die Frage letztlich entschieden haetten.
Vingegaard schliesst 2026 mit Gesamtsiegen bei Paris-Nice, der Volta a Catalunya und dem Giro d’Italia ab, dazu fuenf Giro-Etappensiege, bevor seine Tour-Attacke in Frankreich endete.
Sein naechstes Rennen bestreitet er 2027. Visma und Vingegaard werden die Haupziele dieser Kampagne in den kommenden Wochen festlegen.