„Auch wenn ich an mir zweifelte …“ – Urska Zigart darüber, wie Tadej Pogacar ihr Selbstvertrauen als Profi-Radsportlerin stärkte

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 26 Februar 2026 um 15:00
pogacar zigart
Tadej Pogacar und Urška Žigart gelten als „Radsports Traumpaar“. Doch die wachsende Popularität des Weltmeisters bringt auch Herausforderungen mit sich. Wenn Fans Pogacar bei Trainingsfahrten regelmäßig ansprechen oder verfolgen, belastet das mitunter den Alltag des Paares. Žigart sprach bei einem Medientermin ihres Teams AG Insurance - Soudal offen über den Umgang mit Öffentlichkeit und darüber, wie ihr Verlobter sie in ihren frühen Profi-Jahren unterstützte.
Žigart stieg 2015 in den Profiradsport ein und erreichte 2020 die Women’s WorldTour. Ein Jahr später verlobte sich das Paar. Zu diesem Zeitpunkt war sie sportlich noch nicht auf dem heutigen Niveau angekommen. Der Weg an die Spitze fiel der inzwischen 29-Jährigen nicht leicht - auch weil Slowenien keine große Radsporttradition im Frauenbereich besitzt.

Pogacar als frühester Unterstützer

„Er war der Erste, der meine harte Arbeit gesehen hat, und er glaubte an mein Potenzial, selbst wenn ich an mir zweifelte“, sagte die Slowenin im Gespräch mit Het Nieuwsblad. „Jetzt, wo andere das bestätigen, sagt Tadej: ‘Warum hörst du nicht zu, wenn ich dir etwas sage?’“
Pogacar und Žigart
Pogacar und Žigart
Žigart weiß, dass ihr Name eng mit Pogacar verbunden bleibt. Dadurch erkennen sie viele Fans zuerst als Partnerin des Weltmeisters. „Was er leistet, ist nahezu unschlagbar. Bei Rennen rufen mir die Leute oft ‘Pogacar’ zu“, sagte sie mit einem Lächeln. „Mir wäre lieber, sie riefen Urška, aber ich weiß, dass beides eines Tages zusammengehört - und das ist okay.“

Wenn Nähe zur Gefahr wird

Nach der Tour de France im vergangenen Jahr trainierte Pogacar zeitweise in einem Trikot, das um Privatsphäre bat und darum, ihn nicht zu fotografieren. Kürzlich berichtete er auf Strava von einer Situation, in der ihn jemand zunächst um ein Foto bat und anschließend beleidigte.
Das Paar trainiert häufig rund um Monaco. Doch auch in Spanien kam es zuletzt zu problematischen Szenen, weshalb Pogacar dort aus Sicherheitsgründen teilweise mit Begleitmotorrad unterwegs ist. „Radsport ist zugänglich, es gibt keine andere Sportart, in der man seinem Lieblingsathleten so nahekommt. Das gilt auch für die Schattenseiten, etwa beim Training. Manchmal ist es schön, wenn jemand höflich fragt, ob er ein Stück mitrollen darf, aber manche verhalten sich auf der Straße gefährlich“, erklärte Žigart.
Solches Verhalten gefährdet nicht nur die Fans, sondern auch die Profis selbst - wie zuletzt der Trainingssturz von Jonas Vingegaard zeigte. „Sie halten das Handy in der Hand oder fahren mitten auf der Straße. Das Team tut sein Bestes, um uns zu schützen, etwa mit angepasster Kleidung und Beleuchtung, aber so etwas lässt sich nicht vollständig kontrollieren.“

Volles Programm in 2026

Sportlich ist Žigart bereits in Spanien in die Saison gestartet. Im weiteren Verlauf stehen mit Strade Bianche Donne, Liege - Bastogne - Liege Femmes, La Vuelta Femenina und dem Giro Donne mehrere Höhepunkte an. Zudem hofft sie auf einen Start bei der Tour de France Femmes, die in Nizza endet - nahe ihrer Wahlheimat.
„Der Giro und die Vuelta stehen bereits in meinem Kalender. Ich glaube, die Rennen liegen mir“, sagte sie. „Wir fahren mit einer starken Mannschaft. Niemand steht über dem anderen, wir suchen immer die beste Lösung für die jeweilige Rennsituation. Ashleigh ist explosiver, während Sarah und ich auf langen Anstiegen stärker sind.“
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