Alpecin-Premier Tech gehört traditionell nicht zu den aktivsten Teams auf dem
Transfermarkt. Der belgische Rennstall setzt meist auf die eigene Nachwuchsarbeit, statt viel Geld für externe Verstärkungen auszugeben. Bei
Madis Mihkels macht das Team offenbar eine Ausnahme.
Mihkels soll zur neuen Sprintwaffe werden
Der estnische Sprinter gilt als möglicher Nachfolger von Kaden Groves, der vor einem Wechsel zu Tudor Pro Cycling steht. Mihkels könnte damit künftig als zweite Sprintoption hinter den etablierten Kapitänen des Teams fungieren.
Ein Selbstläufer wird diese Rolle allerdings nicht. Für 2027 wird auch die Ankunft von
Casper van Uden erwartet. Der frühere Giro-d’Italia-Etappensieger dürfte ebenfalls Ansprüche auf seine Chancen in den Massensprints anmelden.
Mit erst 23 Jahren hat sich Mihkels bereits als einer der vielseitigsten jungen Sprinter im Peloton etabliert. Der Este kommt nicht nur in hektischen Massensprints zurecht, sondern besitzt auch die nötige Härte für die Kopfsteinpflaster-Klassiker.
Der ehemalige estnische Meister steht bislang bei drei Profisiegen. Hinzu kommen mehrere Top-10-Platzierungen in den Sprints seiner drei Grand-Tour-Teilnahmen, Rang zehn bei Paris–Roubaix 2024 und die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften im selben Jahr.
Mihkels galt schon früh als großes Talent, doch die Corona-Pandemie bremste seine Entwicklung im Juniorenbereich erheblich. 2021 kam er lediglich auf zehn UCI-Renntage. Dennoch beendete er die Saison mit der Bronzemedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft.
Intermarché–Wanty wurde anschließend auf ihn aufmerksam. Mihkels stieß 2022 zunächst als Stagiaire zum Team und erhielt ein Jahr später seinen ersten Profivertrag.
Beim belgischen Rennstall arbeitete er sich stetig nach oben. Als sein Vertrag Ende 2024 auslief, entschied sich der Este jedoch für einen Neuanfang bei EF Education-EasyPost.
Der ganz große Durchbruch blieb im Trikot des US-Teams aus. Ein Podiumsplatz bei Classic Brugge-De Panne und der Gewinn des estnischen Meistertitels waren seine wichtigsten Resultate. Da EF über keinen ausgeprägten Sprintzug verfügte, musste Mihkels die hektischen Finales häufig auf eigene Faust bestreiten.
Bei Alpecin-Premier Tech wären die Voraussetzungen deutlich günstiger. Das Team ist seit Jahren konsequent auf Sprint- und Klassikererfolge ausgerichtet und verfügt über die nötige Erfahrung, schnelle Fahrer optimal zu positionieren.
Laut WielerFlits hat Mihkels bei Alpecin-Premier Tech einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Für den Esten könnte der Wechsel genau der Schritt sein, der ihm bislang noch zum endgültigen Durchbruch gefehlt hat.