Der Präsident der Cyclistes Professionnels Associés (CPA),
Adam Hansen, hat die Entscheidung der Gewerkschaft öffentlich verteidigt, den UCI-Rechtsstreit mit SRAM über Übersetzungsbeschränkungen finanziell zu unterstützen.
Im Kern geht es um den UCI-Plan, gegen das Urteil von 2025 in Berufung zu gehen, das die Einführung eines Maximum Gear Ratio Standard im Profiradsport ausgesetzt hat. Zur Finanzierung dieser Berufung erwägt der Weltverband, 300.000 € aus dem SafeR-Budget bereitzustellen, dem gemeinsamen Gremium zur Verbesserung der Sicherheit im Peloton.
SafeR wird von mehreren Akteuren finanziert, darunter die AIGCP (Vereinigung der Teams), die Association Internationale des Organisateurs de Courses Cyclistes (AIOCC), die UCI selbst und die CPA. Die AIGCP lehnt es ab, Sicherheitsmittel für Anwaltskosten zu verwenden, zumal viele Teams SRAM-Komponenten einsetzen und damit faktisch eine Klage gegen einen zentralen Ausrüster mitfinanzieren würden.
Hansen verteidigte gegenüber
Cyclingnews jedoch die CPA-Linie: „Niemand freut sich, Geld für Anwälte auszugeben. Das ist klar. Hier geht es um Geschlossenheit und Zusammenarbeit.“
Teams wechseln schneller die Seiten als die Gänge
Der australische Ex-Profi betonte, dass alle an SafeR beteiligten Parteien zuvor den bei der Tour of Guangxi geplanten Test zur Übersetzungsbegrenzung gebilligt hatten, ein Experiment zur Bewertung des Sicherheitseffekts und zur Einholung von Fahrerfeedback. Dieser Test wurde blockiert, nachdem SRAM ein Verfahren bei der belgischen Wettbewerbsbehörde eingeleitet hatte.
„Der Übersetzungs-Test bei der Tour of Guangxi war als einfacher Versuch gedacht, damit SafeR wie bei allen anderen Tests das Feedback der Fahrer einsammeln kann. Da alle in SafeR diesem Test zugestimmt haben, einschließlich der Teams über die AIGCP, ist es folgerichtig, dass SafeR-Mittel nun für die rechtlichen Schritte verwendet werden“, argumentierte Hansen.
Adam Hansen denkt langfristig
Für den CPA-Präsidenten ist die Debatte nicht nur juristisch, sondern strategisch. „Wir können kein Szenario riskieren, in dem SafeR einen Test oder eine Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit beschließt und die UCI dann untätig bleibt, weil juristisch dagegen vorgegangen wird.“
Die Unterstützung für Übersetzungsbegrenzungen im Peloton ist alles andere als einhellig. Wout van Aert zeigt sich offen, die Maßnahme als Mittel zur Reduzierung von Tempo und Risiko zu prüfen, während Tom Pidcock sie ablehnt: „Übersetzungen zu beschränken macht am Ende alles nur gefährlicher.“
Seit Hansens Amtsantritt 2023 ist Sicherheit einer der zentralen Pfeiler der CPA, mit spürbaren Fortschritten, die in der Gründung von SafeR als Plattform für die Zusammenarbeit von Fahrern, Teams, Organisatoren und der UCI mündeten. Gerade deshalb sorgt die Verwendung von Sicherheitsmitteln zur Finanzierung eines Rechtsstreits intern für Diskussionen.
Hansens Verteidigung fußt auf einem Grundsatz: Kohäsion. „SafeR ist wirksam und kann die Sicherheit verbessern, wenn die vier Stakeholder sich auf eine Strategie und Sicherheitsinitiativen einigen. Wenn die Akteure zusammenarbeiten, können wir alle unterschiedliche Vorschläge einbringen und akzeptieren.“
„Manchmal gefiel einem Stakeholder die Idee eines anderen nicht, aber wir haben im Sinne des Sports zusammengearbeitet. Das ist der beste Weg, um bei der Sicherheit voranzukommen.“
Er schließt mit einem klaren Plädoyer für die Unterstützung der UCI jetzt: „Der Ausrüstungstest mit Beschränkung war da keine Ausnahme. Wenn jetzt keiner der Stakeholder die UCI bei den rechtlichen Schritten unterstützt, warum sollten sie künftig auf die CPA und andere SafeR-Akteure hören?“