„Es ist einzigartig, mit den zwei größten Klassiker-Fahrern gefahren zu sein“: Timo Kielich macht den Schritt von Van der Poel zu Van Aert

Radsport
Mittwoch, 25 Februar 2026 um 9:00
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Wie inzwischen Tradition, waren die gelben Trikots von Visma | Lease a Bike in den frühen Saisonmonaten kaum zu sehen. An diesem Wochenende aber wollen die Bienen zum Stich ansetzen: bei Omloop Het Nieuwsblad, dem Auftakt in einen immens wichtigen Frühlingsblock. Die Haupttrümpfe des niederländischen Teams sind Wout van Aert, Christophe Laporte und Youngster Matthew Brennan, doch Neuzugang Timo Kielich peilt bei seinem Visma-Debüt einen Einstand ohne Anlauf an.
„Ich hoffe, im nächsten Jahr bei den Klassikern und bei den Grand Tours den nächsten Schritt zu machen, damit ich Jahr für Jahr ein wenig stärker werde. Ich bin jetzt 26, meine besten Jahre liegen also noch vor mir“, sagt Kielich gegenüber WielerFlits.
Kielich ist längst nicht der einzige Winter-Neuzugang bei Visma nach einem unruhigen Transferfenster für eines der besten Teams der Welt. Ob die Strategie auf dem Markt gut oder schlecht war, wird sich erst zeigen. Klar ist jedoch: Die Abgänge von Olav Kooij, Tiesj Benoot oder der Rücktritt des Giro-d’Italia-Siegers von 2026 Simon Yates lassen sich nicht sofort durch Davide Piganzoli, Louis Barré oder Kielich kompensieren.
„Ich glaube nicht, dass Visma | Lease a Bike per se schwächer geworden ist, eher verjüngt. Fahrer wie ich sollen wohl neuen Schwung reinbringen“, analysiert Kielich.

Seine Rolle finden

Trotz unbestreitbarer Qualitäten dauerte es bis 25, ehe Kielich aus dem Development-Team von Alpecin-Deceuninck ins WorldTour-Aufgebot aufrückte. Seine Aufgabe blieb seither weitgehend gleich: verlässlicher Helfer für Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen bei den großen Klassikern sowie Kapitän bei kleineren Rennen wie der Volta NXT Classic (2024) oder der Antwerp Port Epic (2025) – seine beiden Profisiege im Alpecin-Trikot.
Vom einen Klassiker-Schwergewicht zum anderen wechselnd, ist Kielich bereit für ein ähnliches Profil, nun im Dienst von Wout van Aert und Matthew Brennan:
„Es wird ähnlich wie bei Alpecin-Deceuninck: vor allem Positionieren und die Mannschaft so in den Vorfinale bringen, dass wir nie von hinten fahren müssen, sondern nur von vorn. Das ist für mich und für die Kapitäne die beste Ausgangslage“, sagt Kielich.
Der Belgier bestreitet im Frühjahr nahezu ausschließlich die großen Klassiker und lässt die kleineren 1.1-Rennen, in denen er oft glänzt, aus. „Um es nicht zu übertreiben. So bleibe ich frisch für die großen Klassiker, ohne die Ename Samyn Classic, den GP de Denain oder Dwars door Vlaanderen.“
„Der Wille zu siegen ist immens, das sehe ich bei beiden“, sagt er. „Sie arbeiten unglaublich hart und wollen jedes Rennen gewinnen, in das sie starten. Das macht sie auch zu den besten Fahrern ihrer Generation. Ich glaube nicht, dass Mathieu viele Geheimnisse vor Wout hat. Rückblickend ist es einzigartig, vielleicht mit den zwei größten Klassikerfahrern im Team gefahren zu sein. Das ist etwas Wunderbares, worauf man stolz sein kann.“
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