Tom Pidcocks Rückkehr in den Mountainbike-Rennbetrieb endete am Samstag um eine Radlänge am Sieg vorbei, als
der Brite beim UCI Mountain Bike World Series Cross-country Short Track in Nove Mesto Zweiter wurde.Zurück im MTB-Zirkus nach einem straßenlastigen Abschnitt musste sich Pidcock erst im schnellen, taktischen Finale Frankreichs Mathis Azzaro geschlagen geben. Das Duo setzte sich spät ab, Azzaro zog nach 21 Minuten und 46 Sekunden Rennzeit auf der Zielgeraden an Pidcock vorbei.
Für Pidcock ist das Ergebnis ein scharfes Frühzeichen vor dem olympischen Cross-country am Sonntag. Short Track war nie seine natürlichste Disziplin, dennoch war er sofort wieder unter den stärksten Fahrern der Welt.
Wenn der zweite Platz an dem Tag kommt, den er als den unbequemen ansah, wird das Hauptereignis nun umso spannender.
Pidcock kehrt nach Straßenfokus mit Tempo zurück
Pidcock fuhr nicht wie jemand, der sich behutsam ins Offroad zurücktastet. Er blieb in den ersten Runden ruhig und rückte nach vorn, als das Rennen zäher wurde. Als der entscheidende Druck kam, setzte er ihn mit, statt nur zu reagieren. Zwei Antritte an den Anstiegen sprengten das Feld, und nur Azzaro konnte mitgehen, als das Führungsduo wegkam.
Pidcock reiste nach Nove Mesto an, nachdem er in den vergangenen Wochen sein Straßenprogramm stärker betont hatte. Seine 2026-Form war auf Asphalt bereits sichtbar, doch die Rückkehr in den technischen Rhythmus des Elite-MTBs blieb eine klare Prüfung.
Er war schnell genug, um beinahe sofort zu gewinnen. „Ich bin ziemlich zufrieden mit heute“, sagte Pidcock anschließend. „Es ist immer sehr schwierig, zu meinem Rad zurückzukehren, wenn ich so eine lange Pause habe. Aber wir haben in den Tagen davor alles getan, um das Rad vorzubereiten und uns wieder an das Pinarello Dogma XC zu gewöhnen. Ich bin zu Hause ein bisschen gefahren, aber wahrscheinlich nicht genug.“
„Der zweite Platz ist ein gutes Ergebnis“
Pidcocks eigenes Urteil ordnete die Leistung am klarsten ein. Er reklamierte keine perfekte Vorbereitung und erklärte den zweiten Platz nicht zum Sieg. Er räumte ein, dass die Umstellung zurück aufs MTB schwierig war, und verwies direkt auf das an diesem Wochenende wichtigste Rennen.
„Ich habe mich mehr auf Belastungen auf der Straße konzentriert, deshalb kann ich zufrieden sein, hier so aufzutreten“, ergänzte er. „Short Track ist für mich immer eine knifflige Sache, aber der zweite Platz ist ein gutes Ergebnis – und der wichtige Tag ist morgen.“
Dieser letzte Satz richtet den Fokus klar auf das olympische Cross-country am Sonntag. Pidcock hat gezeigt, dass er wieder an der Spitze ist, noch bevor das Rennen startet, das seinem Profil besser liegt.
Azzaro holte am Samstag den Sieg, doch Pidcocks Auftritt rückt ihn fest in den Kreis der Topfavoriten für Sonntag. Nach einer langen MTB-Pause ist der amtierende Olympiasieger bereits nah genug dran, um seinem Comeback-Wochenende weit mehr als nur den Stempel einer Rückkehr zu geben.