Pauwels Sauzen - Altez Industriebouw hat in dieser Woche die bittere Gewissheit erhalten:
Eli Iserbyt fällt dauerhaft aus. Das belgische Team steht damit vor der Aufgabe, einen Ersatz für seinen langjährigen Leader zu finden. Der Anspruch bleibt unverändert hoch. Die Mannschaft will an der Spitze des Cyclocross bleiben und dürfte auf dem kommenden Transfermarkt zu den prägenden Akteuren zählen.
„Es war absehbar, aber dadurch wird es nicht weniger schmerzhaft“, sagte Teamchef Jurgen Mettepenningen gegenüber
Het Nieuwsblad. „Als ich gestern Abend von Eli die Nachricht bekam, dass es endgültig vorbei ist, stand die Welt für einen Moment still. Es flossen Tränen.“
Vier Operationen, keine Lösung, kein Zurück
Iserbyt musste seine Karriere beenden, nachdem er in diesem Jahr vier Operationen hinter sich brachte, die das Problem an der Arteria iliaca nicht beheben konnten. Bei intensiven Belastungen litt er entweder unter Schmerzen oder unter fehlender Sensibilität. Inzwischen verursachen sogar moderate Aktivitäten starke Beschwerden. Ein Weitermachen auf dem Rad ist für ihn weder beruflich noch privat möglich.
„Auch wenn klar war, dass es eine sehr schwierige Geschichte wird, hoffst du trotzdem auf ein Wunder“, erklärte Mettepenningen. „Medizinisch war an diesem Punkt nichts mehr zu machen. Wir mussten hoffen, dass sich die Durchblutung auf natürlichem Wege verbessert. Das ist nicht passiert. Es gab zu keinem Zeitpunkt einen Silberstreif, obwohl wir fünf Spezialisten um ihre Einschätzung gebeten haben.“
Kein Sinn, ein Risiko einzugehen
Die Entscheidung fiel erst, als es keinen Ausweg mehr gab. Anfang November versuchte Iserbyt ein Trainingscomeback, konnte jedoch keine Intensität fahren. Weitere Eingriffe an der Arterie sind inzwischen ausgeschlossen.
„Das Problem bei dieser Verengung war, dass bereits so viel Narbengewebe entstanden war, dass eine Operation unmöglich wurde. Als ich heute Morgen hierherfuhr, war ich noch mit einem Spezialisten am Telefon. Er sagte: ‚Ihr könnt machen, was ihr wollt, es wird nicht besser. Es geht um Elis Körper, und eine weitere Operation hat keinen Sinn.‘ Ein weiterer Eingriff würde alles nur verschlimmern. Elis Körper wurde als ‚nicht sporttauglich‘ eingestuft. Und das, wo er mit 28 eigentlich in seiner Blüte stehen sollte.“
Eine Zukunft für Iserbyt im Team ist dennoch nicht ausgeschlossen. Eine Rolle im Stab oder im Management steht im Raum, eine Entscheidung darüber fällt jedoch erst nach Saisonende. „Das haben wir definitiv besprochen. Gerade eben. Aber jetzt lassen wir erst einmal alles ruhen. Wir beide brauchen Zeit zur Erholung – vor allem Eli, denn es ist seine Karriere. Aber auch wir, denn wir haben unseren Leader verloren. Der Plan ist, uns in zwei bis drei Monaten mit ihm zusammenzusetzen und zu prüfen, ob er eine Position im Team übernehmen kann. Er hat bereits signalisiert, dass ihn eine Managementrolle interessieren würde.“
Sportlich muss Pauwels Sauzen - Altez Industriebouw den Verlust nun auffangen. Zwar verpflichtete das Team zuletzt Gerben Kuypers für den Cross-Kader, doch der Markt wird erneut sondiert werden müssen. Gesucht wird ein optimaler Ersatz für Iserbyt – einen zweifachen Gesamtgewinner im World Cup und im Superprestige, vierfachen Sieger der X2O Badkamers Trofee sowie früheren Europa- und Landesmeister.
Die Auswahl ist allerdings begrenzt. Gesucht wird ein Fahrer, der sich voll und ganz dem Cyclocross verschreibt. „Ich brauche einen Cyclocrosser par excellence, einen echten Eli-Iserbyt-Typ“, betonte Mettepenningen. „Jemanden, der von Anfang Oktober bis Oostmalle im Februar im Gelände präsent ist. Ich brauche keinen Emiel Verstrynge oder Thibau Nys. Das sage ich mit großem Respekt, denn sie sind Topfahrer, aber unsere Struktur ist anders. Wir sind ein Cyclocross-Team. Wir wollen keinen Fahrer mit Tour-de-France-Ambitionen.“