„Wir wollen die besten und schönsten Weltmeisterschaften ausrichten“: Über 35.000 Zuschauer werden erwartet, um Van der Poel in Hulst anzufeuern

Cyclocross
Freitag, 23 Januar 2026 um 8:00
Mathieu van der Poel drängt auf olympisches Cyclocross 2030
Die Cyclocross Weltmeisterschaft in Hulst haben etwas von ihrem Glanz verloren. Ohne den verletzten Wout Van Aert scheint das Hauptevent, das Eliterennen der Männer, schon weit im Voraus einen klaren Favoriten zu haben: Der siebenfache Weltmeister Mathieu van der Poel wirkt auch in diesem Winter unerreichbar. Die Organisatoren trauern dieser Entwicklung jedoch nicht hinterher, denn es stehen weiterhin mehrere spannende Rennen an und die Atmosphäre gilt als garantiert.
Wer in den vergangenen Jahren beim Vestingscross in Hulst war, weiß, dass sich der Kurs stellenweise sehr gedrängt anfühlen kann. „Aber genau das zu verbessern, hatte oberste Priorität. Wir haben die Strecke komplett WM-tauglich gemacht“, versichert Mitorganisator Bram De Brauwer im Gespräch mit WielerFlits. „2023 hatten wir beim Weltcup rund 22.000 Zuschauer. Damals standen die Leute im Zielbereich komplett fest, weil es so voll war.“
„Wir haben daher den Besucherfluss neu gedacht. Das gelingt mit einem deutlich längeren Kurs, sieben Pontons und fünf Brücken. Das macht es für die Menschen viel angenehmer. Es ist eine Strecke, die man nicht oft sieht und die man bei Weltmeisterschaften in den kommenden Jahren wohl ebenfalls selten sehen wird.“
Die größte Herausforderung war, den Zu- und Abfluss des Verkehrs in die Stadt nicht kollabieren zu lassen. „Es gibt nur eine große Zufahrtsstraße nach Hulst, daher mussten wir alles so gut wie möglich entzerren. Wir setzen konsequent auf Park & Ride, Park & Walk und viele Shuttlebusse. Wir ermutigen die Einheimischen, mit dem Rad zu kommen, und alle anderen, den Bus zu nutzen. So entlasten wir die Provinzstraße maximal. Dank dieser Maßnahmen wird alles reibungslos laufen.“

Bereit für 50.000 Zuschauer

Damit das Zentrum von Hulst nicht überlastet wird, ließen die Organisatoren eine Kapazitätsberechnung für das Gelände erstellen. „Grundsätzlich können wir auf dem Kurs 55.000 Zuschauer sicher unterbringen. So weit sind wir noch nicht. Für den Sonntagnachmittag haben wir im Vorverkauf 35.000 Tickets verkauft. Wir werden 50.000 oder 55.000 nicht erreichen, aber das war auch kein Ziel an sich.“
Der Veranstalter glaubt zu wissen, warum der Verkauf bislang nicht boomt. „Wegen seiner Verletzung musste Wout van Aert absagen. Man darf nicht kleinreden, dass seine Nicht-Teilnahme ein Rückschlag ist. Wir haben sogar gezielt einen Abschnitt in den Kurs eingebaut, der sich zu einer Laufpassage hätte entwickeln können, perfekt auf seine Stärken zugeschnitten. Nationalcoach Angelo De Clercq hat bereits bestätigt, dass es ein perfekter Kurs gewesen wäre, auf dem er Mathieu van der Poel hätte testen können.“
Auch wenn er es im Vorfeld nicht zugeben wollte, hatte Van Aert seine WM-Teilnahme durchaus im Blick, wie schon im Vorjahr. Doch seit seinem Sturz und der daraus resultierenden Sprunggelenksverletzung Anfang Januar bei der Zilvermeercross in Mol ist klar, dass er definitiv nicht starten wird.
„Jetzt, da dieses Duell ausfällt, denken viele vielleicht: Wenn Wout nicht dabei ist, gibt es ohnehin keine Spannung. Wout hat zudem viele Fans in Flandern. Diese Faktoren erklären teilweise, warum wir nicht die maximale Kapazität ausschöpfen werden.“
Wout van Aert und Mathieu van der Poel laufen beim 2026 Exact Cross Mol mit dem Rad
Wout van Aert und Mathieu van der Poel laufen beim 2026 Exact Cross Mol mit dem Rad

Programm für alle, die nach Hulst kommen

De Brauwer und sein Team richten sich nicht nur an Cross-Publikum. „Die Strecke ist für Cyclocross-Fans gebaut, aber wir haben auch ein Programm für Menschen geschaffen, die nicht primär wegen des Sports kommen. Die Lokerse Feesten (eines der größten Festivals in Flandern, Red.) gestalten unser Rahmenprogramm, und es gibt sogar ein ganzes Kamping-Kitsch-Zelt. Und Hulst war immer ein Cross-Standort, der viele Familien und Kinder anzieht. Das wollen wir beibehalten.“
Dass Hulst nicht die bestbesuchte Weltmeisterschaft der Geschichte wird, ist für De Brauwer und sein Team keine Enttäuschung. „Wir werden die 65.000 in Koksijde (2012, Red.) nicht erreichen, ebenso wenig die 55.000 in Hoogerheide (2009, Red.). Aber wir könnten sie hier ohnehin nicht unterbringen. Wir wollen nicht die meisten Zuschauer, sondern eine Weltmeisterschaft liefern, über die man lange spricht. Wir haben immer gesagt, wir wollen die beste und schönste WM ausrichten. Dafür sind wir mehr als bereit.“
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