Während der UCI Cyclocross World Cup 2025-26 gerade zu Ende gegangen ist, blicken die Organisatoren bereits mit spürbarem Optimismus nach vorn. Flanders-Classics-CEO Tomas Van Den Spiegel hat verraten, dass das Interesse an künftigen Austragungen deutlich gestiegen ist – mit Blick auf eine mögliche Erweiterung der Serie zur Saison 2026-27.
Nach dem abschließenden Doppelwochenende in Maasmechelen am Samstag und Hoogerheide am Sonntag, jeweils gewonnen von
Mathieu van der Poel und
Puck Pieterse, richtet sich der Fokus darauf, wie der Sport sein aktuelles Momentum nutzt. Van Den Spiegel bestätigte, dass bei der Organisation eine „überraschend große“ Zahl an Bewerbungen potenzieller Gastgeberstädte eingegangen ist.
„Wir sind ambitioniert, was die Zukunft betrifft. Die Zahl der eingegangenen Bewerbungen – für die kommende Ausgabe und darüber hinaus – ist überraschend groß und interessant“, sagte Van Den Spiegel gegenüber
Het Laatste Nieuws.
Globale Ambition vs. Logistik
Zwar blieb der Kalender 2025-26 weitgehend europäisch – mit Stationen in Tschechien, Frankreich, Italien, Belgien, Spanien und den Niederlanden –, doch das Management ist offen für eine Rückkehr auf internationale Bühnen. Die Serie gastierte zuletzt 2023 in den USA (Waterloo), und Van Den Spiegel betonte, dass Austragungen außerhalb Europas auf dem Tisch liegen, sofern sie für die Teams sinnvoll sind.
„Es liegt an uns zu definieren, was logistisch und finanziell machbar ist“, erklärte er. „Wir sind für alles offen, auch für nicht-europäische Standorte, aber wir vermeiden zusätzliche Belastungen für Teams, Fahrer und den Kalender.“
Diese Saison war die zweite mit einem „kompakten“ World-Cup-Zeitplan, reduziert auf zwölf Runden zwischen Ende November und Ende Januar. Das überarbeitete Punktesystem wurde gezielt so gestaltet, dass Mehrkämpfer konkurrenzfähig bleiben, selbst wenn sie frühe Rennen auslassen. Am meisten profitierte davon ein Mann:
Mathieu van der Poel. Trotz ausgelassener Auftaktrunden gewann der Weltmeister die Gesamtwertung und holte seinen ersten World-Cup-Gesamtsieg seit der Saison 2017-18.
„Dankbarkeit ist das richtige Wort“, sagte Van Den Spiegel zu Van der Poels Teilnahme an acht der zwölf Runden. „Das verleiht der Gesamtwertung zusätzlichen Glanz und hilft uns, den World Cup weiterzuentwickeln.“
„Einige etablierte Veranstaltungen performen derzeit sehr stark. An erster Stelle würde ich die belgische Cross-Serie in der intensiven Endjahresphase nennen, aber auch internationale Events wie Tabor und Benidorm. Die Zuschauerzahlen dort sind stabil oder wachsen sogar“, fügte er hinzu.
Leben nach den „Großen Zwei“
Während Van der Poel in dieser Saison (erneut) unantastbar war und
Lucinda Brand bereits nach der Runde in Benidorm vor einer Woche den Frauen-Gesamtsieg rechnerisch fixierte, stimmt die Breite an nachrückendem Talent die Organisatoren zuversichtlich.
„Es hat uns gefreut zu sehen, dass mit Thibau Nys, Emiel Verstrynge, Tibor Del Grosso und Co. definitiv Leben nach Mathieu und Wout van Aert vorhanden ist“, sagte Van Den Spiegel.
Mit Blick nach vorn will Flanders Classics den Kalender auf Basis des Fahrenden-Feedbacks weiter schärfen. Van Den Spiegel räumte ein, dass die Terminierung einzelner Rennen zu Saisonbeginn nicht optimal war.
„Wir lernen ebenfalls, um das klarzustellen. Das Datum von Terralba (in Italien) ist zum Beispiel nicht ideal. Und wir hören auf Fahrer und Teams, versuchen Trainingslager zu berücksichtigen. Aber wir stehen inzwischen auf einem soliden Fundament“, schloss er.