Der Winter 2025/26 wird einmal mehr von
Mathieu van der Poel kontrolliert, der im Gelände weiterhin unbesiegt ist. Nach der Verletzung von Wout Van Aert scheint nur noch ein Mann nah genug, um den siebenfachen Cross-Weltmeister wenigstens zu fordern –
Thibau Nys. Doch der junge Belgier scheint in Schlüsselmomenten das Quäntchen Glück oder vielleicht die Erfahrung zu fehlen. Und dann ist da noch sein hartnäckiges Sand-Dilemma.
Thibau Nys und das Sand-Dilemma: Kann er MVDP 2026 fordern?
Inzwischen hat es sich herumgesprochen: Sobald ein Kurs tückische Sandpassagen enthält, fällt der belgische Meister in die Mittelmäßigkeit zurück – dieses Hindernis liegt ihm schlicht nicht. Hat sein Vater
Sven Nys, selbst zweifacher Weltmeister, Ratschläge oder Tricks für seinen Sohn? Oder meiden die beiden das Thema?
„Wir reden jeden Tag darüber“, lacht Nys im
In de Waaier-Podcast. „Vorsicht, als ich jünger war, habe ich damit auch ziemlich gekämpft. Ich musste lernen, dass alles zusammenkommen muss: Balance, Kraft, Ausdauer… Man fährt im Sand auch schlecht, wenn man dort permanent am Limit ist. Wenn du nur ein kleines bisschen mehr Power hast, ziehst du dich leichter durch.“
Anstatt sich mit Gewalt durchzuwühlen, gewöhnte sich Sven mit der Zeit daran. „Ich habe gelernt, es anzunehmen, weil ich als Athlet insgesamt kompletter wurde. An diesem Punkt ist Thibau noch nicht, auch wenn es besser wird. Aber er muss über Erfahrung und mehr Substanz kommen.“
Beeindruckt von MVDPs roher Kraft
Auch Superstar
Mathieu van der Poel ist im Sand nicht per se überragend, doch seine Gesamtklasse reicht, um daraus keine Schwäche werden zu lassen. Dieses Niveau ist auch Thibaus Ziel.
„Wenn man sieht, wie
Mathieu van der Poel eine Linie fährt, wo es eigentlich unmöglich ist: Das ist pure Kraft, hat wenig mit Technik zu tun“, erklärt der Manager von Baloise Verzekeringen - Het Poetsbureau Lions. „Er fährt einfach durch, weil er unglaublich stark ist. Das hat Thibau noch nicht.“
Doch es geht nicht nur um physische Stärke. „Es ist die Mischung aus Physis und Kopf. Wenn ein paar Dinge schiefgehen, startest du mit Zweifeln. Wir wissen oft: Wenn du denkst, ‚Oh, hier liege ich gleich‘, dann passiert es. Das geht ihm manchmal durch den Kopf, und das muss raus.“
Und die Weltmeisterschaft?
Die Weltmeisterschaft in Hulst rückt näher, doch für Nys ist das leider erneut ein „sandlastiges“ Rennen – seine Chancen schrumpfen. Trotzdem ist er der Belgier, dem die Fans am ehesten zutrauen,
Mathieu van der Poel zu schlagen und seine Serie zu beenden.
Wie schätzt Sven die Chancen seines Sohnes ein? „Wenn Mathieu in Bestform ist, ist die Chance beinahe null. Es gab ein paar Rennen, in denen er nahe dran war, wie in Namur. Aber Hulst ist nicht so selektiv.“
Ein Coup bei der WM ist daher unwahrscheinlich. „Vielleicht ist es noch etwas zu früh. Vielleicht sollte er aufs Podium zielen. Das darf und sollte sein Anspruch sein. Aber um Mathieu zu schlagen, müssen wir sachlich bleiben und uns nicht verrennen.“