Erstmals seit zwei Jahren hat
Lucinda Brand ein Cyclocross-Rennen außerhalb des Podiums beendet. Die dominierende Kraft der Saison 2025–2026, die den Gesamtweltcup bereits gesichert hatte, überquerte beim vorletzten Lauf in Maasmechelen als Zehnte die Linie. Damit endet eine bemerkenswerte Serie von 63 Podestplätzen in Folge, die bis zum Weltcup in Benidorm 2024 zurückreicht.
Brand nur Zehnte in Maasmechelen – warum das vor der WM kaum zählt
Die 36-jährige Fahrerin der
Baloise Glowi Lions war über weite Teile des Winters unantastbar und holte 18 Siege bei 23 Starts. Auf dem schnellen und technischen Parcours in Limburg war Brand jedoch nie wirklich im Kampf um den Sieg.
Nach einem schwierigen Start und mehreren ungewohnten Fehlern auf dem verwinkelten Kurs musste Brand hinterherfahren. Kurzzeitig kämpfte sie sich in Reichweite von Rang fünf, ließ auf der Schlussrunde jedoch nach, als das Podium außer Reichweite war, und wurde schließlich mit 56 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Zehnte.
Während Brand nie um den Sieg mitfuhr, feierte
Puck Pieterse ein überzeugendes Comeback auf dem obersten Podest. Nach einer Knieverletzung beherrschte die Niederländerin die technischen Böschungen und schnellen Geraden und holte den Sieg. Sie lag im Ziel 10 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Ceylin del Carmen Alvarado,
Amandine Fouquenet komplettierte das Podium als Dritte.
Pieterse holte heute ihren zweiten Saisonsieg
Keine Sorgen um Brand trotz des ungewohnten Auftritts
Trotz des abrupten Endes ihrer historischen Serie herrscht im Lager Brand eine Woche vor den UCI-Cyclocross-Weltmeisterschaften wenig Alarmstimmung. Teammanager Sven Nys erklärte, das Ergebnis sei Folge eines Trainingsblocks, der gezielt auf den WM-Höhepunkt ausgerichtet sei.
„Lucinda sagte vor dem Start, dass die Beine nicht die frischesten sind“, sagte Nys laut Zitaten von
Cycling News. „Lucinda hat mit Blick auf die Weltmeisterschaften eine harte Trainingswoche absolviert und ist deshalb heute etwas weniger frisch. Aber das ist kein Grund zur Panik.“
Brand hatte diese Ermüdung bereits vor dem Rennen angedeutet und betont, dass der Druck nach dem vorzeitig gesicherten Gesamtweltcup (sie führt mit 110 Punkten) nachgelassen habe.
„Nicht mehr um die letzten Punkte kämpfen zu müssen, macht das Rennen leichter, man kann sich einfach auf ein gutes Rennen und ein gutes Gefühl für das letzte, wichtige Wochenende konzentrieren“, sagte Brand vor dem Start. „Ich denke, die Beine sind okay … Aber wenn es mal nicht ganz rund läuft, verliert man vielleicht den Anschluss an die Gruppe, und dann wird es wirklich schwer, wieder nach vorne zu kommen.“
Brand bekommt am Sonntag beim Weltcup-Finale in Hoogerheide sofort die Chance auf eine Antwort – und möglicherweise auf Geschichte.
Sie steht aktuell bei 28 Weltcup-Siegen und teilt sich damit den Bestwert bei den Frauen mit
Marianne Vos. Ein Erfolg in den Niederlanden würde nicht nur das Signal vor der WM setzen, sondern Brand allein an die Spitze der Rekordlisten stellen.