Das Frauenrennen im UCI Cyclocross World Cup in Zonhoven geriet zum unerbittlichen Überlebenskampf.
Ceylin del Carmen Alvarado setzte sich in einem sturzreichen Thriller durch, der alle Topfavoritinnen erwischte. Auf einem Kurs, auf dem Fehler unvermeidlich waren, dosierte Alvarado das Risiko am besten und verteidigte ihren Titel im Sand und Schnee von Limburg.
Alvarado trotzt Stürzen und Sand: Sieg im Zonhoven-Cross-Drama
Vom Start weg zündete
Puck Pieterse das Rennen mit einem furiosen Antritt und erzwang sofort eine Selektion. Die niederländische Meisterin schoss mit Vollgas in die Kuil, doch die berüchtigte Sandarena setzte rasch ihre Gesetzmäßigkeiten durch. Pieterse,
Lucinda Brand und Alvarado stürzten alle in der Anfangsphase und gaben den Ton für einen Nachmittag an, an dem kein Vorsprung sicher war.
Pieterse rappelte sich am schnellsten auf und fuhr allein durch die frühen Runden. Ihr Vorsprung wuchs auf rund zehn Sekunden, während Brand und Alvarado dahinter wieder Tritt fassten. Der Druck forderte jedoch seinen Tribut, und zur Rennmitte in Runde drei rutschte Pieterse in einer glatten Kurve erneut weg. Brand nutzte den Moment zum Anschließen, Alvarado wühlte sich zurück – das Rennen war nach fast zwanzig Minuten Solofahrt wieder offen.
Die Entscheidung fiel in Runde vier. Weitere Rutscher von Pieterse und Alvarado ermöglichten Brand, vorne das Tempo zu bestimmen, doch Zonhoven kannte keine Gnade. Brand legte sich auf einem harten, eisigen Abschnitt hin und musste durch die Materialzone, was Alvarado das ersehnte Zeitfenster öffnete. Alvarado ging voll ins Risiko, riss eine Lücke, die zu Beginn der Schlussrunde kurz auf zehn Sekunden anwuchs.
Brand gab nicht auf und kämpfte sich zurück, zeitweise bis an Alvarados Hinterrad. Ein weiterer Fehler in der letzten Runde entschied jedoch das Duell und ebnete Alvarado den Weg ins Ziel. Pieterse, nach einem erneuten Sturz auf der Schlussrunde, begnügte sich mit Rang drei.
Für Alvarado war es der zweite World-Cup-Sieg in Serie in Zonhoven – errungen auf einem Kurs, der jeden Aussetzer bestrafte. Für Brand bedeutete Platz zwei einen markanten Einschnitt: Das Ende ihrer bemerkenswerten Serie von 13 Siegen in Folge und der Beleg, wie gnadenlos diese Zonhoven-Ausgabe ausfiel.