Durch Zonhoven zu kommen, war ebenso wichtig wie pure Stärke – und für
Ceylin del Carmen Alvarado prägte genau dieses Gleichgewicht
einen der emotionalsten Siege ihrer Karriere. Auf einem Kurs, auf dem selbst die Favoritinnen wiederholt patzten, kam die Titelverteidigerin aus einem Rennen hervor, das von Fehlern, Neustarts und unablässigem Druck bestimmt war.
Alvarados emotionale Zonhoven-Perfektion im Chaos des Cross-Weltcups
Rückblickend auf ihren zweiten Weltcup-Sieg in Folge im Limburger Sand bekannte Alvarado, dass Perfektion nie Teil der Rechnung war.
„Ja, es war ein emotionaler Sieg“,
sagte sie in anschließenden Interviewaussagen, die nach dem Rennen gesammelt wurden. „Ich habe viele Fehler gemacht. Ich war zu lange mit den falschen Reifen unterwegs, dadurch war es für mich sehr rutschig. Aber ich habe nie aufgegeben. Wie ich vorher sagte: Die Fehler waren heute entscheidend. Jede hat Fehler gemacht.“
Diese Einordnung fasst ein Rennen zusammen, in dem die Dynamik ständig kippte. Alvarado musste auf Stürze, Zeitverluste und neuen Druck in den Schlussrunden reagieren, fand jedoch die Ruhe, im entscheidenden Moment voll durchzuziehen. Auf einem Kurs, der Zögern bestrafte, machte Beharrlichkeit den Unterschied.
Puck Pieterse nimmt das Kuil-Chaos mit Humor
Für
Puck Pieterse verlief der Tag als Mischung aus Frust und Gelassenheit. Nach einem explosiven Start, der die ersten Runden prägte, wurde ihr Rennen mehrfach durch Stürze unterbrochen,
darunter eine spektakuläre Szene im Sand, die kurzzeitig alle drei Hauptkonkurrentinnen zu Fall brachte.„Es war ziemlich lustig“, gab Pieterse hinterher zu. „Ich habe die erste Passage der Kuil überlebt. Dann sind wir zum zweiten Mal rein. Ich habe die falsche Linie gewählt und bin über den Lenker gegangen. Ich dachte: Wieder ein Fehler, jetzt fahren die anderen vorbei. Aber dann sah ich Lucinda stürzen und dachte: Okay, ich bin nicht die Einzige. Und dann fiel auch noch Ceylin. Da musste ich lachen, dass wir drei alle gestürzt sind.“
Statt dem verlorenen Schwung nachzutrauern, ordnete Pieterse den Moment als Beleg dafür ein, wie gnadenlos Zonhoven unter Volllast ist. „Ich denke, das zeigt, wie hektisch so ein Start sein kann. Wir waren wohl nicht die einzigen drei, die gestürzt sind. Es ist hier super knifflig zu fahren, vor allem bei so hohem Puls.“
Gemeinsam brachten Alvarado und Pieterse die zentrale Wahrheit dieser Weltcup-Runde auf den Punkt: An einem Tag, an dem alle Fehler machten, entschied nicht das Ausweichen vor dem Chaos, sondern die Art, wie die Fahrerinnen reagierten, als es zuschlug.