Die
E3 Saxo Classic gilt als die kleine Flandern-Rundfahrt – Fluch und Segen zugleich. Sie ist die identischste Vorbereitung auf das flämische Monument, zugleich aber ein brutales Rennen, das schwer wegzustecken ist. Wahrscheinlich aus diesem Grund werden wir
Wout van Aert in der kommenden Woche nicht am Start in Harelbeke sehen.
Van Aert lässt E3 aus, setzt auf gezieltes Training vor Klassikern
Als einziges Rennen im Kalender führt sie auch über zwei Anstiege des Oude Kwaremont und einmal über den Paterberg. Die entscheidenden Abschnitte verlaufen weitgehend auf denselben Straßen wie bei der Ronde, was das Rennen extrem schwer und selektiv macht.
Viele Fahrer nutzen es zur gezielten Vorbereitung, doch an der Spitze haben Kapitäne wie Tadej Pogacar, Mathieu van der Poel und andere einen maßgeschneiderten Fahrplan. Dafür sind qualitativ hochwertiges Training und Streckenbesichtigungen der Hauptrennen unerlässlich – ebenso das Vermeiden von Stürzen und Verletzungen sowie ein gutes Ermüdungsmanagement.
Für manche ist das Risiko es wert – die E3 ist als WorldTour-Rennen hoch angesehen. Für andere ist sie ein unnötiger Zwischenschritt Richtung Flandern und Roubaix. Wout van Aert sollte Visma eigentlich bei der ersten der fünf großen Kopfsteinpflaster-Klassiker im späten Frühlingsblock anführen, doch laut Het Laatste Nieuws und Het Nieuwsblad wird er das nicht tun.
Stattdessen streicht er diesen Renntag zugunsten zusätzlicher Trainingseinheiten, behält aber Middelkerke – Wevelgem und Dwars door Vlaanderen im Programm. Das ist seine gezielte Vorbereitung auf die Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix, bei denen er im vergangenen Jahr jeweils Vierter wurde.
Nach Platz drei bei Milano–Sanremo sendet der Belgier durchweg positive Signale. Dem gingen drei Monate voraus, in denen er sich einen Knöchelbruch zuzog, seine Saison wegen Krankheit verzögert starten musste und beim italienischen Monument in einem entscheidenden Moment stürzte.