Wout van Aert fehlt der
Tour de France erstmals seit seinem Debüt 2019, doch seine Rückkehr nach der Ellbogen-OP ist längst über vorsichtige Einheiten hinaus.
Über vier aufeinanderfolgende Tage in den Dolomiten spulte der
Team Visma | Lease a Bike-Star 386,84 Kilometer ab, kletterte 9.424 Höhenmeter und saß mehr als 15 Stunden im Sattel.
Zudem holte er zwei
Strava-KOMs bei Trainingsfahrten rund um St. Ulrich und Wolkenstein in Gröden.
Die längste Einheit folgte am 09.07.2026, als Van Aert 150,67 Kilometer mit 4.590 Höhenmetern in sechs Stunden und 13 Minuten absolvierte. Seine Route beinhaltete einen Downhill-KOM zwischen Grödner Joch und St. Ulrich.
Vier fordernde Tage in den Dolomiten
Am Folgetag legte Van Aert weitere 53,30 Kilometer und 1.837 Höhenmeter nach und wurde Vierter auf dem Downhill-Segment Monte Seura. Am 11.07.2026 kamen 115,21 Kilometer und 2.852 Höhenmeter in vier Stunden und 21 Minuten hinzu. Diese Ausfahrt brachte einen weiteren KOM nahe Campitello.
Abgeschlossen wurde der Vier-Tages-Block mit einer kürzeren, deutlich schnelleren Einheit. Van Aert fuhr 67,66 Kilometer in einer Stunde und 38 Minuten und setzte auf dem Abschnitt Wolkenstein–St. Ulrich mit 6:33 die Bestzeit auf Strava.
Seine Gesamtbilanz über die Sequenz: 386,84 Kilometer, 9.424 Höhenmeter und 15 Stunden sowie fünf Minuten Fahrzeit.
Van Aert im Wiederaufbau nach Tour-Aus wegen Ellbogeninfektion
Van Aert hatte sich bei einem Sturz vor der Tour Auvergne-Rhône-Alpes am Ellbogen verletzt. Obwohl er später die 5. Etappe im Sprint gewann, stieg er vor dem Finalwochenende aus, da sich das Problem verschlimmerte.
Daraufhin wurde eine bakterielle Infektion festgestellt, die einen Krankenhausaufenthalt und eine Operation nach sich zog. Der Rückschlag kostete den 31-Jährigen seinen Platz in Visma’s Tour-Aufgebot und beendete seine Serie von sieben Starts in Folge.
Weniger als eine Woche nach dem Eingriff saß Van Aert wieder auf dem Rad, zunächst um zu testen, ob er den Lenker problemlos halten kann. Seine jüngsten Ausfahrten in Norditalien umfassen deutlich mehr Umfang und Höhenmeter als die ersten lockeren Reha-Einheiten.
Der Belgier war für die Tour als Etappenjäger mit Helferrollen für Jonas Vingegaard eingeplant, nachdem er bereits im Frühjahr Paris–Roubaix gewonnen hatte.
Als nächstes großes Ziel gilt die Vuelta a España, die am 22.08.2026 beginnt. Ein konkretes Comeback-Datum steht noch aus, doch der Dolomiten-Block liefert bislang den klarsten Hinweis darauf, wie weit seine Rehabilitation fortgeschritten ist.