„Wir stehen hier nicht wie Idioten da“ – Visma-Sportdirektor verteidigt Per Strand Hagenes und Teamtaktik beim GP de Denain

Radsport
Freitag, 20 März 2026 um 14:15
PerStrandHagenesAlecSegaert
Beim GP de Denain 2026 setzten sich zwei Fahrer klar vom Rest ab: Per Strand Hagenes und Alec Segaert. Letzterer hatte auf den entscheidenden Schlusskilometern mehr Reserven, timte das Einholen des Visma-Fahrers perfekt und setzte sofort den Konter. Hagens’ Taktik wurde hinterfragt, das Team ließ die Kritik jedoch kalt.
„Ich habe eine sehr junge, fantastische Mannschaft gesehen. Sie haben exakt umgesetzt, was wir vorher besprochen hatten. Das nehmen wir mit, denn das sah richtig gut aus“, sagte Sportdirektor Robert Wagner im Gespräch mit In de Leiderstrui. Das Duo griff gut 40 Kilometer vor dem Ziel an und fuhr einen Vorsprung auf die Verfolger heraus, der nie groß, aber stets stabil war. Auf dem letzten Pavé-Abschnitt lagen sie so weit vorn, dass Hagenes die Zusammenarbeit Richtung Ziel beendete und auf den Solosieg setzte.
Er distanzierte den Bahrain-Victorious-Fahrer, doch Segaert hielt den Abstand konstant. Die Lücke blieb über Kilometer verdächtig klein, als wolle Segaert sie nicht sofort schließen. Hagenes wartete derweil nicht ab, wie Wagner erklärte, denn er wollte einen Sprint unbedingt vermeiden.
Schließlich brach Hagenes auf den letzten 3 Kilometern ein, Segaert stellte ihn und attackierte sofort zum Solosieg. „Wir sitzen im Begleitwagen, die Leute daheim auf der Couch. Von dort sieht immer alles einfach aus. Per kannte die Abstände zu Segaert und zum Feld. Er wusste, dass Alec nah war, aber Per zeigte Mut und wollte absolut keinen Sprint“, erklärte Wagner.
„Er wollte solo ins Ziel, und es sagt genug, dass Segaert ihn heute als Stärksten auf dem Kopfsteinpflaster bezeichnete. Chapeau auch an Alec. Per ist all-in gegangen, und wir stehen hier nicht wie Idioten da“.

Hagenes als Schlüssel im Visma-Block

Der Norweger blieb ohne Resultat, lieferte aber erneut eine sehr verheißungsvolle Vorstellung. Visma fehlt Tiesj Benoot, Dylan van Baarle sowie das Zwillingsduo van Dijke; Matteo Jorgenson bestreitet keine Kopfsteinpflasterrennen. Das reißt eine Lücke um Wout van Aert, doch Hagenes wächst in diese Rolle hinein.
„Von meiner Seite gibt es nur Komplimente für Per. Es zeigt erneut, welchen großen Schritt er seit letzter Saison gemacht hat. Jetzt soll er wirklich nach vorn auf die kommenden Klassiker blicken – darauf freuen wir uns. Wir haben bewusst auf Tirreno–Adriatico und Paris–Nizza verzichtet, und Per ist in Topform. Er hat heute wieder gezeigt, wie stark er ist, aber es waren zwei Kilometer zu viel“.
Gemeinsam mit Christophe Laporte, Matthew Brennan, Tim Rex und Timo Kielich formt Hagenes einen vielversprechenden Block für die anstehenden Frühjahrsklassiker. Das Potenzial, das er bislang andeutete, könnte sich nun auch in Ergebnissen auf der Straße niederschlagen.
„Per ist definitiv eine Karte, die wir ausspielen wollen, aber dafür muss alles zusammenpassen. Er zeigt eine ausgezeichnete Verfassung, und wenn er nach solchen Rennen noch einen kleinen Schritt macht, gehen wir mit viel Zuversicht in die Klassiker“.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading