„Wir sind auf dem Weg zurück“ - Geraint Thomas und INEOS Grenadiers feiern starkes Teamzeitfahren bei Paris–Nizza

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 10 März 2026 um 17:35
Geraint Thomas speaks to the media during Paris-Nice 2026
Der Sieg der INEOS Grenadiers im Mannschaftszeitfahren der 3. Etappe von Paris–Nizza bedeutete für das Team mehr als nur einen Etappenerfolg. Für Racing Director Geraint Thomas ist das Resultat ein klares Signal, dass die britische Mannschaft ihre frühere kollektive Stärke wiederfindet.
Auf dem 23,5 Kilometer langen Kurs zwischen Cosne-Cours-sur-Loire und Pouilly-sur-Loire setzte sich INEOS mit nur 2,47 Sekunden Vorsprung gegen Lidl-Trek durch. Die Leistung brachte Bewegung ins Gesamtklassement und unterstrich die Tiefe der Mannschaft in dieser Disziplin.

Nervöse Momente im Mannschaftswagen

Thomas räumte nach der Etappe ein, dass der Erfolg für ein Team, das in den vergangenen Jahren schwierige Phasen erlebt hat, eine besondere Bedeutung besitzt.
Ex-Profi Geraint Thomas verfolgte das entscheidende Mannschaftszeitfahren von Paris–Nizza aus dem Teamwagen und erlebt den knappen Etappensieg der INEOS Grenadiers hautnah mit
Ex-Profi Geraint Thomas verfolgte das entscheidende Mannschaftszeitfahren von Paris–Nizza aus dem Teamwagen und erlebt den knappen Etappensieg der INEOS Grenadiers hautnah mit
„Wir hatten ein paar harte Jahre, aber wir sind auf dem Weg zurück“, sagte er im Gespräch mit Cycling Pro Net. „Das ist definitiv nicht das Ende - es liegt noch ein langer Weg vor uns. Aber wir haben eine großartige Gruppe von Fahrern und Mitarbeitern, und alle sind motiviert und treiben das Projekt voran.“
Für Thomas, der in dieser Saison eine neue Rolle im Team übernommen hat, entwickelte sich das Rennen aus dem Teamwagen heraus zu einer intensiven Erfahrung.
„Ich war nervöser, als ich gedacht hätte, ehrlich gesagt. Mir war klar, dass mir die Jungs in dieser neuen Rolle sehr am Herzen liegen würden, aber das war extrem.“
Der Waliser betonte, dass der Erfolg nur durch eine perfekt abgestimmte Teamleistung möglich war.
„Das ganze Team war unglaublich. Natürlich die Jungs auf der Straße, aber auch die sportlichen Leiter hinter dir und alle Beteiligten. Es war eine riesige Gemeinschaftsleistung.“

Mannschaftszeitfahren bleibt Kernstärke

Der Sieg spiegelte auch den langjährigen Fokus der INEOS Grenadiers auf kollektive Stärke im Mannschaftszeitfahren wider. Das Team passierte die Zwischenzeit mit der schnellsten Marke des Tages und verteidigte den Vorsprung bis ins Ziel.
Thomas erklärte, dass der Erfolg bei Paris–Nizza nicht zwingend erwartet worden sei, auch wenn die Disziplin früh in der Saison als wichtiges Ziel definiert wurde.
„Wir sind ins Jahr gestartet und haben uns das groß auf die Fahnen geschrieben, aber ehrlich gesagt haben wir nicht unbedingt mit dem Erfolg hier bei Paris–Nizza gerechnet.“
Entscheidend sei letztlich gewesen, wie flexibel die Fahrer während der Etappe reagierten.
„Wir hatten einen Plan, aber der fliegt immer aus dem Fenster, sobald es losgeht. Wie sie sich angepasst haben, nach Gefühl fuhren und im Rennen justierten, war stark zu sehen.“

Breite im GC-Kampf

Die Etappe zeigte zudem die Breite der Klassementoptionen innerhalb der INEOS-Mannschaft. Fahrer wie Oscar Onley und Kevin Vauquelin gehörten zu der starken Einheit, die den Sieg sicherte, während Carlos Rodriguez trotz der Nachwirkungen eines früheren Sturzes durchhielt.
Thomas widersprach der Vorstellung, dass innerhalb des Teams Rivalität unter den Klassementfahrern herrsche.
„Da gibt es keinen Kampf untereinander. Man hat heute gesehen, wie sie gefahren sind - sie waren bereit, alles füreinander zu geben.“
Auch Rodriguez erhielt besonderes Lob, weil er die anspruchsvolle Etappe trotz schwieriger Umstände beendete.
„Hut ab vor ihm. Nach dem Sturz war er heute in einer harten Lage. Kurven sind nicht unbedingt seine Stärke, und mit den Blessuren war es hart, aber er hat alles gegeben.“
Für Thomas steht die Leistung sinnbildlich für die Stärke der gesamten Mannschaft und nicht für die eines einzelnen Fahrers.
„Es ist großartig, so viele starke GC-Fahrer im Team zu haben - als Team ist das fantastisch.“
Nach mehreren Saisons auf der Suche nach Konstanz stellt der Sieg bei Paris–Nizza einen weiteren Schritt dar - in dem, was Thomas als mögliche Wiederauferstehung der INEOS Grenadiers sieht.
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