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Tour de France ist das größte Sportereignis Frankreichs – und zugleich ein Rennen, auf dessen Heimsieg die Grande Nation seit dem Triumph von Bernard Hinault im Jahr 1985 wartet. Entsprechend groß ist die Sehnsucht nach einem neuen französischen Tour-Champion. Für viele gilt der erst 19-jährige
Paul Seixas als die größte Hoffnung auf eine Rückkehr an die Spitze des Radsports. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verfolgt dessen Entwicklung aufmerksam.
Am Donnerstag war Macron persönlich an der Strecke, als das Peloton die Pyrenäen erreichte. Am Col du Tourmalet, dem am häufigsten befahrenen Anstieg der Tour de France, beobachtete der Präsident das Rennen aus nächster Nähe.
Macron lobt Seixas und Martínez
Sein besonderes Augenmerk galt dabei zwei Franzosen, die bislang mit starken Leistungen überzeugen konnten.
Paul Seixas begeistert bei seiner ersten Tour de France nicht nur mit starken Leistungen, sondern weckt auch bei Frankreichs Präsident Emmanuel Macron große Hoffnungen auf die Zukunft.
„Was sie geleistet haben, ist großartig. Ich glaube, wir haben zwei Franzosen in den Top Ten, beide waren herausragend. Sie haben ihr Rennen sehr gut gesteuert“, sagte Macron im Gespräch mit RMC Sport und bezog sich dabei auf Paul Seixas und Lenny Martínez.
Vor allem Seixas steht dabei im Mittelpunkt. Der Youngster ist der jüngste Starter der Tour de France seit fast 70 Jahren und ging mit großen Ambitionen in seine erste Frankreich-Rundfahrt. Seine beeindruckenden Ergebnisse im Frühjahr hatten bereits angedeutet, welches Potenzial in ihm steckt.
Es ist nicht das erste Mal, dass Macron öffentlich über das französische Supertalent spricht. In den vergangenen Monaten wurde sogar darüber spekuliert, der Präsident könne das Decathlon CMA CGM Team dabei unterstützen, Seixas langfristig an den Rennstall zu binden. Sein Vertrag läuft Ende 2027 aus, gleichzeitig sollen zahlreiche Top-Teams großes Interesse an einer Verpflichtung zeigen.
„Er ist in einem guten Team“, betonte Macron.
Decathlon CMA CGM gilt derzeit als wichtigste französische Mannschaft im Hinblick auf einen möglichen künftigen Tour-Sieg. Mit zwei französischen Titelsponsoren und einem deutlich erhöhten Budget seit dem vergangenen Winter erscheint eine Vertragsverlängerung des Ausnahmetalents durchaus realistisch.
„Wir setzen große Hoffnungen in ihn – ich denke, er kann noch Großes erreichen.“
Macron hofft auf Etappensiege bei der Tour de France
Bislang wird die Tour de France allerdings von Tadej Pogacar und UAE Team Emirates - XRG geprägt. Der Weltmeister gewann sämtliche Berg- und Hügeletappen der bisherigen Rundfahrt. Zwar setzte Visma - Lease a Bike mit einem starken Mannschaftszeitfahren in Barcelona zunächst ein Ausrufezeichen, doch der damalige Vorsprung von Jonas Vingegaard ist inzwischen vollständig aufgebraucht.
Im Schatten des Duells zwischen Pogacar und Vingegaard sowie der Diskussionen um Remco Evenepoel und Florian Lipowitz konnte Paul Seixas bislang vergleichsweise unbeachtet seine eigene Rundfahrt fahren. Für den jungen Franzosen könnte genau das ein Vorteil sein, denn der öffentliche Druck fällt deutlich geringer aus als bei vielen seiner direkten Konkurrenten.
Zwar dominierte Seixas die Rennen nicht mehr in der Art und Weise wie noch in der ersten Saisonhälfte, was angesichts des deutlich höheren Niveaus kaum überrascht. Dennoch geht er als Sechster der Gesamtwertung in die achte Etappe. Sein Rückstand auf Tadej Pogacar beträgt 3:55 Minuten, auf Isaac del Toro auf Rang drei fehlen lediglich 28 Sekunden.
Bemerkenswert ist diese Leistung auch deshalb, weil Seixas erst kürzlich die Folgen seines Sturzes bei seinem einzigen Vorbereitungsrennen auf die Tour überwunden hatte.
„Nach dem Dauphiné (der Tour Auvergne-Rhône-Alpes, Anm.), das uns in den letzten Tagen etwas Sorge bereitet hatte, hat er geliefert.“
Macron traut dem 19-Jährigen im weiteren Rennverlauf noch einiges zu.
„Ich hoffe, er gewinnt eine oder mehrere Etappen und behauptet diese gute Gesamtplatzierung – und klettert sogar noch höher.“