Netcompany INEOS hat die erste Etappe der Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026 genutzt, um sich früh in eine aussichtsreiche Position im Kampf um das
Gesamtklassement zu bringen. Ein taktisch geprägtes Finale bescherte
Oscar Onley zwar keinen Etappensieg, dafür aber einen kleinen, potenziell wertvollen Vorsprung auf mehrere seiner wichtigsten Konkurrenten.
Den Tagessieg sicherte sich Alex Baudin, der nach einem erfolgreichen Ausreißerversuch auch das erste Gelbe Trikot der Rundfahrt übernahm. Hinter dem Franzosen entwickelte sich jedoch ein Finale, das für die Klassementfahrer ebenfalls von Bedeutung war. Eine späte Attacke auf dem Weg nach Saint-Ismier sorgte für eine Selektion im bereits ausgedünnten Peloton. Onley erreichte das Ziel in der ersten Verfolgergruppe, während mehrere hoch gehandelte Rivalen Zeit verloren.
INEOS nutzt die zahlenmäßige Stärke konsequent aus
Der Rückstand auf Baudin fiel mit 32 Sekunden zwar deutlich aus, doch im Vergleich zu einigen direkten Konkurrenten konnte Onley dennoch Boden gutmachen. Paul Seixas, Isaac del Toro, Juan Ayuso, Santiago Buitrago, Matteo Jorgenson und Mattias Skjelmose wurden allesamt mit 44 Sekunden Rückstand gewertet.
Oscar Onley profitierte auf der Auftaktetappe der Tour Auvergne-Rhône-Alpes von der starken Teamtaktik von Netcompany INEOS und gewann wichtige Sekunden im Gesamtklassement
Kevin Vauquelin, der ebenfalls Teil der vorderen Gruppe war, erklärte nach der Etappe, dass die entscheidende Aktion aus einer Mischung aus Geduld und guter Positionierung entstanden sei – nicht aus Nervosität angesichts von Baudins Solofahrt an der Spitze.
„Ich habe mich hinter der Gruppe positioniert, gewartet und dann bin ich gegangen. Wir hatten eine recht große Gruppe mit Oscar vorn, das war perfekt“,
sagte Vauquelin.Der Franzose betonte zudem, dass der Kampf um Rang zwei für ihn keine besondere Priorität mehr gehabt habe, sobald sich die Gruppe entscheidend abgesetzt hatte. Da auf der Etappe keine Bonussekunden vergeben wurden, sei es vor allem darum gegangen, den Vorsprung auf die zurückgefallenen Fahrer zu sichern.
„Wir sind um Platz zwei gefahren. Ich will nicht sagen, dass ich nicht voll gesprintet bin, aber ich wollte keine Zeit verlieren. Wir wussten, es gibt keine Bonifikationen, also war der Job erledigt“, erklärte er.
Für Netcompany INEOS stellte das Finale damit den ersten ernsthaften Belastungstest der Rundfahrt dar. Das Team musste am Côte de Rousset zwar keine Vorentscheidung erzwingen, zeigte sich nach der Abfahrt jedoch aufmerksam genug, um Onley in die entscheidende Gruppe zu bringen.
Vauquelin zeigte sich anschließend nicht überrascht darüber, dass Fahrer wie Seixas oder Del Toro in den letzten Kilometern den Anschluss verloren.
„Es war eine Rennsituation. Wir wussten, es würde ein taktisches Finale. Wir mussten unsere numerische Überlegenheit nutzen, wir waren zu dritt. Wir haben es so gespielt, wie es nötig war. Fürs Erste passt es, schauen wir auf die nächsten Tage…“, sagte der Franzose.
Onley verschafft sich eine erste Ausgangsposition
Auch wenn die Tour Auvergne-Rhône-Alpes erst begonnen hat und die entscheidenden Bergetappen sowie das Mannschaftszeitfahren noch bevorstehen, konnte Netcompany INEOS auf der Auftaktetappe bereits einen ersten Erfolg verbuchen.
Onley hat im Klassement nun einen kleinen Vorsprung auf Seixas, Del Toro, Ayuso, Jorgenson und Skjelmose. Die Aussagen von Vauquelin unterstrichen dabei, dass die Zeitgewinne keineswegs zufällig zustande kamen, sondern das Ergebnis einer bewusst umgesetzten Teamtaktik waren.
Während Baudin die Schlagzeilen mit seinem Etappensieg und dem Gewinn des Gelben Trikots bestimmte, durfte auch Netcompany INEOS Saint-Ismier mit einem der vielversprechendsten Auftaktergebnisse unter den Teams mit Ambitionen auf das Gesamtklassement verlassen.