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UCI-Jury hat in dieser Woche bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes erstmals eine neue Regel konsequent durchgesetzt. Mehrere Teams mussten dadurch vor dem Mannschaftszeitfahren der dritten Etappe empfindliche Geldstrafen hinnehmen.
Der Grund war eine verspätete Materialkontrolle vor dem Start des Teamzeitfahrens.
Besonders hart traf es Teammanager Mario Aerts, der mit einer Geldstrafe von 3000 Schweizer Franken (3254 Euro) belegt wurde. Die Zeitfahrräder seines Teams wurden nicht rechtzeitig zur vorgeschriebenen Kontrolle vor dem Mannschaftszeitfahren in Perreux vorgestellt.
Laut Artikel 2.12.007-9.2 des UCI-Reglements müssen die Räder mindestens zehn Minuten vor der jeweiligen Startzeit des Teams zur Kontrolle bereitstehen. Jeder Verstoß wird mit einer Strafe von 500 Schweizer Franken pro Fahrer geahndet.
Da Lotto nur noch mit sechs Fahrern antrat, nachdem Roel van Sintmaartensdijk bereits am Montag ausgestiegen war, summierte sich die Strafe auf insgesamt 3000 Franken.
Neue Regel sorgt für Verwirrung
„Früher musste jeder Fahrer mit seinem Rad 15 Minuten vor der Startzeit bei der Kontrolle sein“, erklärte Lotto-Intermarché-Teammanager Steven De Neef.
„Vor Kurzem wurde ein Spielraum von fünf Minuten eingeführt. Dadurch dürfen die Fahrer nun bis zehn Minuten vor dem Start erscheinen. Am Dienstag haben wir einen Mechaniker mit den sechs Zeitfahrrädern auf dem Dach eines Begleitfahrzeugs vorausgeschickt. Die Fahrer selbst legten die Strecke auf ihren normalen Rädern zurück und kamen – schätzungsweise – eine Minute zu spät an.“
Der kleine Fehler hatte große Konsequenzen. Dadurch stellt sich die Frage, ob die Höhe der Strafe im Verhältnis zum Vergehen steht.
„Es ist viel Geld, das stimmt“, sagte De Neef. „Aber leider konnten wir nichts dagegen tun. Es ist das erste Mal, dass diese neue Regel angewendet wird, und die UCI wollte offensichtlich ein Exempel statuieren.“
Drei Teams betroffen
Lotto war allerdings nicht das einzige Team, das bestraft wurde.
Auch Team Jayco AlUla um Sportdirektor Mathew Hayman sowie TotalEnergies mit Sportdirektor Benoît Genauzeau erhielten Geldstrafen wegen desselben Vergehens. In ihrem Fall waren die Fahrer zwar rechtzeitig vor Ort, die Räder kamen jedoch zu spät zur Kontrolle.
Da beide Mannschaften das Teamzeitfahren mit der vollen Besetzung von sieben Fahrern bestritten, fiel die Strafe sogar noch höher aus. Sie mussten jeweils 3500 Schweizer Franken (3797 Euro) bezahlen.
Die erstmalige Anwendung der neuen Regel sorgt damit bereits für Diskussionen im Peloton. Vor allem die Frage, ob eine minimale Verspätung tatsächlich Geldstrafen in dieser Größenordnung rechtfertigt, dürfte die Teams auch in den kommenden Wochen beschäftigen.