„Wir hatten letztes Jahr 20 verschiedene Sieger. Warum sollten wir nicht auf 21 gehen?“ – Isaac Del Toro und UAE senden nach der UAE Tour ein klares Signal

Radsport
durch Nic Gayer
Montag, 23 Februar 2026 um 18:30
UAE Team Emirates - XRG
Der Gesamtsieg von Isaac Del Toro bei der UAE Tour 2026 lieferte die Schlagzeile. Doch innerhalb von UAE Team Emirates - XRG reichte die Botschaft deutlich weiter - und fiel spürbar ambitionierter aus.
„Wir haben vergangenes Jahr mit 20 verschiedenen Fahrern gewonnen. Warum nicht 21?“, sagte Sportdirektor Joxean Matxin nach dem Rennen im Gespräch mit Sporza und machte klar, dass die Ziele des Teams weit über einen einzelnen Etappenrennen-Triumph hinausgehen.

Mehr als nur Zahlen

Die UAE Tour brachte bereits den vierten Gesamterfolg in acht Auflagen des Heimrennens und fügte der rasant wachsenden 2026-Bilanz drei weitere Siege hinzu. Del Toro gewann zweimal auf der Straße und holte die Gesamtwertung, womit die Mannschafts-Ausbeute noch vor Ende Februar auf 15 Saisonsiege kletterte.
„Das ist erst der Anfang“, sagte Matxin selbstbewusst.
Die nackten Daten beeindrucken. Im Vorjahr sammelte UAE 95 Siege und brach damit die lange bestehende moderne Bestmarke von 85, aufgestellt 2009 von Columbia-HTC. Die 100 verpasste man 2025 nur knapp. Mit bereits 15 Erfolgen in 2026 ist die Hundertermarke keine Theorie mehr.
„100 ist nur eine Zahl. Für mich ist wichtig, mehr zu gewinnen als letztes Jahr. Und vorzugsweise auch mit einem Fahrer mehr“, erläuterte Matxin.
Genau dieser Zusatz verweist auf die Kennzahl, die er am höchsten bewertet. 2025 erreichte UAE 95 Siege durch 20 verschiedene Fahrer - eine Tiefe, die im modernen Radsport kaum ein anderes Team bietet. „Wir wollen jedem seine Chancen geben. Wir haben starke Kapitäne, aber wir haben trotzdem mit 20 verschiedenen Fahrern gewonnen. Warum sollten es dieses Jahr nicht 21 sein?“
Es ist eine Philosophie, die gleichermaßen auf Breite wie auf Dominanz setzt.

Starker Auftakt, und es geht weiter

Del Toros Erfolg bei der UAE Tour kam ohne Höhentrainingslager oder großen Vorbereitungsblock zustande. Dennoch gewann er zwei Etappen und den Gesamttitel in überzeugender Manier. Diese Siege fügen sich ein in frühe Erfolge in Australien, dem Nahen Osten und Spanien, zu denen bereits Fahrer wie Jay Vine, Jan Christen, Antonio Morgado, Juan Sebastian Molano, Marc Soler und Tim Wellens beitrugen.
Sieben verschiedene Fahrer haben in dieser Saison bereits die Arme gehoben - und Tadej Pogacar hat seine Rennkampagne noch nicht einmal begonnen.
Matxin verwies zudem auf Florian Vermeersch als Fahrer, der in den kommenden Wochen nachlegen kann. Auf die Frage nach einem möglichen Sieg beim Omloop Het Nieuwsblad mit dem Belgier lächelte er: „Wo kann ich unterschreiben? Er ist ein guter Fahrer mit starker Mentalität. Wir wollen dieses Jahr mit ihm ein Rennen gewinnen.“
Die UAE Tour brachte zwar einen weiteren Heimsieg, doch intern steht sie für etwas anderes: die Bestätigung, dass die Kaderbreite intakt ist und die Zielsetzung eher wächst als schrumpft.
Für UAE Team Emirates - XRG geht es längst nicht mehr nur um große Siege. Es geht darum, oft zu gewinnen - und mit möglichst vielen verschiedenen Fahrern.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading