Alpecin-Premier Tech feierte am Mittwoch den zweiten Etappensieg der
Tour de France 2026, als
Jasper Philipsen den Sprint aus der Tagesausreißergruppe gewann. Dank der unermüdlichen Vorarbeit von
Mathieu van der Poel schraubte der Belgier seine Bilanz bei der Grande Boucle auf 11 Siege.
Mit Blick nach vorn bietet die Schlussetappe der Tour eine goldene Chance für Mathieu van der Poel, die er wohl schon länger markiert hat. Mit drei Anfahrten zum Montmartre in einem neu gestalteten Finale nach der Premiere im Vorjahr könnten in Paris die Klassiker-Spezialisten das Wort führen.
Der Niederländer, Weltmeister sowie Sieger von Paris-Roubaix und der Flandern-Rundfahrt in einer ikonischen Karriere, könnte einen Triumph auf den Champs-Élysées anpeilen, um seine Palmares zu erweitern. Doch es gibt ein Problem: Sein Team könnte andere Pläne für das Etappenmanagement haben.
Philipsens Sieg am Mittwoch brachte ihn bis auf Tuchfühlung an das Grüne Trikot von
Mads Pedersen heran. Er liegt nur sieben Punkte zurück, womit die Punktewertung auf den Straßen von Paris offen sein könnte. In diesem Fall dürfte auch Philipsen auf den Etappensieg zielen.
Da van der Poels Motor und Explosivität zentrale Bausteine sind, um Philipsens Ertrag im Kampf um Grün zu maximieren, wird spekuliert, ob Alpecin den Niederländer eher in den Dienst von Philipsen stellt als auf seine eigenen Ziele zu setzen.
Van der Poel oder Angriff auf Grün?
„Van der Poel könnte eigens für diese Etappe zur Tour gekommen sein“, dachte José De Cauwer laut über die mögliche Entscheidung im
Sporza Tour Podcast nach.
„Wenn zwischen Van der Poel und dem Grünen Trikot entschieden werden muss, würde ich sagen: Ein Sieg von Van der Poel ist sicherer als Grün für Philipsen. Daher scheint mir, dass sie sich für Van der Poel entscheiden.“
Allerdings könnte Grün schon vor den Bergen außer Reichweite geraten. Pedersen und Lidl-Trek sind ein starkes Gegengewicht und könnten versuchen, das Trikot für Philipsen und die Sprinter vor Paris unantastbar zu machen.
„Das hörte man auch in seinem Interview; das Grüne Trikot war sein geringstes Problem“, entgegnete Serge Pauwels.
„Pedersen ist in der Lage, seine Mannschaft in den kommenden Tagen vorne zu positionieren, um Philipsen in den Bergen früh zu distanzieren.“
Am Ende sieht De Cauwer das Grüne Trikot als Priorität, falls es im Finale realistisch bleibt: „Wenn es zu diesem Zeitpunkt noch möglich ist, das Grüne Trikot zu holen, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass sie genau das tun.“