Die Spekulationen um einen Start von Tadej Pogacar bei der Vuelta a Espana 2026 haben während der Tour de France deutlich an Fahrt aufgenommen. Zwar hat UAE Team Emirates - XRG sein Rennprogramm für den Spätsommer noch nicht offiziell bestätigt, doch Aussagen von Fuerst Albert II. von Monaco sowie Pogacars eigene Reaktion sorgen für neue Hinweise.
Für Johan Bruyneel und Spencer Martin, die im Podcast The Move über die Tour de France sprechen, verdichten sich die Anzeichen immer mehr, dass der Träger des Gelben Trikots auch bei der Spanien-Rundfahrt an den Start gehen wird.
Bruyneel wertet Pogacars Reaktion als klares Indiz
Bruyneel stellte zunächst klar, dass es sich nicht um eine offizielle Bestätigung von UAE Team Emirates - XRG handle. Auslöser der neuen Spekulationen seien vielmehr Aussagen von Fuerst Albert II. von Monaco gewesen, der Pogacar in den vergangenen Wochen mehrfach öffentlich begleitet hatte.
Tadej Pogacar könnte nach der Tour de France auch bei der Vuelta a Espana starten. Für Johan Bruyneel verdichten sich die Hinweise auf eine Teilnahme.
„Offenbar hat Fuerst Albert in einem Interview durchblicken lassen, dass Tadej Pogacar die Vuelta a Espana fahren wird. Es ist nicht bestätigt, aber es sieht sehr danach aus“, sagte Bruyneel.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte anschließend Pogacars Reaktion auf diese Aussagen. Als der Slowene auf die Worte des Fürsten angesprochen wurde, antwortete er mit einem Lächeln:
„Nun, wenn der Fuerst das sagt, stehen die Chancen gut.“
Für Bruyneel kommt diese Aussage einer inoffiziellen Bestätigung bereits sehr nahe.
„Am wahrscheinlichsten ist, dass wir Pogacar dieses Jahr bei der Vuelta a Espana sehen.“
Der Belgier verwies außerdem auf einen weiteren wichtigen Faktor. Die Vuelta beginnt 2026 in Monaco – jenem Ort, an dem Pogacar lebt.
„Das Rennen beginnt in Monaco, also hat er bereits einen triftigen Grund, dort zu sein.“
Auch Spencer Martin hält einen Vuelta-Start für sehr wahrscheinlich. Aus seiner Sicht passt ein weiterer Start bei einer Grand Tour perfekt zu Pogacars Mentalität.
„Wenn es ein Rennen gibt, will er dabei sein. Er ist keiner, der Chancen verstreichen lässt.“
Zudem erinnerte der US-Amerikaner daran, dass die Vuelta zu den wenigen großen Rundfahrten gehört, die Pogacar in seiner Karriere bislang noch nicht gewinnen konnte.
„Er muss die Vuelta irgendwann gewinnen, also ergibt es Sinn, diese Gelegenheit zu nutzen.“
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Weltmeisterschaften bleiben der entscheidende Faktor
Als größtes Gegenargument gilt bislang der enge Terminplan mit den Weltmeisterschaften. Bruyneel glaubt jedoch nicht, dass sich beide Saisonziele gegenseitig ausschließen.
„Er kann beides absolut machen. Er kann die Vuelta fahren und trotzdem bereit zu den Worlds anreisen.“
Dennoch machte der frühere Sportdirektor deutlich, dass letztlich der Ausgang der Tour de France entscheidend sein werde.
„Es hängt alles davon ab, wie die Tour ausgeht.“
Dabei erinnerte Bruyneel an das Vorjahr, als Pogacar nach der Tour körperlich und mental vollkommen ausgelaugt gewesen sei.
„Hättest du ihn nach der letztjährigen Tour gefragt, ob er die Vuelta fahren will, hätte er gesagt: auf keinen Fall. Er war mental völlig leer.“
In diesem Jahr sei die Ausgangslage jedoch eine völlig andere. Pogacar kontrolliert die Tour de France bislang souverän, musste kaum Rückschläge verkraften und wirkt deutlich frischer als zwölf Monate zuvor.
Auch Martin glaubt deshalb, dass dem Slowenen nach der Tour noch genügend Energie für eine weitere Grand Tour bleiben könnte.
Darüber hinaus würde ein Start des Tour-Siegers der Vuelta nach Ansicht des Amerikaners einen enormen sportlichen und medialen Schub verleihen.
„Das ist fantastisch für das Rennen. Die Vuelta braucht einen Fahrer wie Pogacar.“
Sollte der Start offiziell bestätigt werden, sehen beide Experten Pogacar als Topfavoriten auf den Gesamtsieg. Besonders ein mögliches Duell mit Primoz Roglic würde die Spanien-Rundfahrt zusätzlich aufwerten.
„Wir bekämen ein weiteres Duell zwischen Primoz Roglic und Tadej Pogacar. Das wäre spektakulär“, sagte Martin.
Auch Bruyneel ist überzeugt, dass es nur sehr wenige Fahrer gibt, die Pogacar ernsthaft gefährlich werden könnten.
„Roglic verdient riesigen Respekt für alles, was er erreicht hat.“
Noch fehlt zwar die offizielle Bestätigung von UAE Team Emirates - XRG. Für Bruyneel und Martin sprechen die jüngsten Entwicklungen jedoch eine klare Sprache. Die Aussagen von Fuerst Albert II., Pogacars augenzwinkernde Reaktion und seine dominante Vorstellung bei der Tour de France machen einen Start bei der Vuelta a Espana wahrscheinlicher denn je.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.