Zwei Sprintchancen, zwei knappe Dinger, kein Sieg auf dem Konto. Auf dem Papier wirkt das wie ein zäher Saisonstart für
Jasper Philipsen. Im Lager von Alpecin - Premier Tech bleibt der Ton jedoch deutlich gelassener.
„Wäre Jasper im Windschatten von Kaden gewesen, hätte er die erste Etappe gewonnen“,
sagte Sportdirektor Frederik Willems im Gespräch mit Wielerflits und verwies nicht auf fehlende Form, sondern auf Nuancen in der Positionierung, die bei der
Volta ao Algarve den Ausschlag gaben.
Anstatt Philipsens Zustand infrage zu stellen, betont das Team, dass zwischen Sieg und Verpassen am Ende nur wenige Meter lagen.
Kleinigkeiten, keine strukturellen Probleme
Alpecin reiste nach Portugal mit dem klaren Ziel, die Sprints zu fahren. Diese Erwartung, so Willems, wurde erfüllt. „Die Sprints waren ganz sicher nicht unter den Erwartungen“, erklärte er. „Wir hatten natürlich auf einen Etappensieg gehofft, das tust du immer, wenn du mit einem der Teamkapitäne startest. In den Sprints gingen zwei kleine Dinge schief, dadurch kam es nicht so, wie es hätte sein sollen.“
Beim ersten Versuch sollte
Kaden Groves Philipsen in die letzten Meter bringen. Der Anfahrer funktionierte, doch ein Sekundenbruchteil änderte alles. Arnaud De Lie sprengte im entscheidenden Moment den Zug, und Philipsen saß beim Antritt nicht mehr im Windschatten von Groves.
Am Ende stand Platz vier statt des Sieges.
In der Schlussetappe wiederholte sich das Muster in anderer Form. Wieder drängte ein Fahrer im Schlüsselpunkt in den Zug. Wieder musste Philipsen früher antreten als geplant. „Jasper musste extra früh in den Wind, um überhaupt noch sprinten zu können, und da fehlten dann die Beine“, sagte Willems und ergänzte, diese Müdigkeit sei zu diesem Saisonzeitpunkt logisch.
Kein Alarm vor dem Opening Weekend
Trotz der sieglosen Bilanz misst Alpecin den Algarve-Ergebnissen keine größere Bedeutung bei. „Es ist ein Vorbereitungsrennen; diese Woche lief, wie sie sollte“, so Willems. „Das Wetter war gut, und nach den Etappen haben die Fahrer sogar noch extra trainiert. Alles war so, wie es für die kommende Woche sein musste.“
Diese Perspektive zählt mit Blick auf das nahende Opening Weekend. Für einen Fahrer, dessen Frühjahr bald Richtung Omloop Het Nieuwsblad, Kuurne-Brussel-Kuurne und schließlich Milano-Sanremo sowie Paris-Roubaix kippt, ist Anfang Februar kein Zeitpunkt für Panik.
„Als Teamkapitän willst du natürlich sprinten können, und das war zweimal nicht der Fall. Aber wir sollten keine Schlüsse ziehen. Seine Verfassung ist, wie sie sein sollte“, schloss Willems.
Für Philipsen waren die Abstände in Portugal gering. Laut seinem Team bleibt das Fundament intakt.
Der Unterschied zwischen Niederlage und Sieg war nicht die Power, sondern die Positionierung.